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Akademientag “Geisteswissenschaften 3.0: Vergegenwärtigung des kulturellen Welterbes”

Europa: Gelebtes Erbe Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

Der Akademientag, die Gemeinschaftsveranstaltung der acht in der Akademienunion zusammengeschlossenen Akademien, widmet sich in diesem Jahr dem Thema „Geisteswissenschaften 3.0: Vergegenwärtigung des kulturellen Welterbes” und findet am 11. Juni in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Expertinnen und Experten aus den Akademien diskutieren in Vortrags- und Diskussionsrunden, wie die Digitalisierung der geisteswissenschaftlichen Forschung neue Wege eröffnet, Kulturerbe in Europa und weltweit zu bewahren, zu retten und neu zugänglich zu machen. So wird u. a. Prof. Ulrich Schmid, Kommissionsvorsitzender des interakademischen Projekts Deutsche Inschriften des Mittelalters, in seinem Vortrag zum Thema „Redende Steine, sprechendes Holz“ auf mittelalterliche Inschriften in Deutschlands Welterbestätten eingehen. Und Dr. Maria Deiters, Leiterin des Forschungsprojekts zur Glasmalerei, wird in Ihrem Vortrag mittelalterliche Glasmalerei in europäischen Klöstern und Museen beleuchten; diese zählen zu den besonders bedrohten Kunstgattungen des europäischen Mittelalters.

Von 12:00-18:00 gibt eine Projektstraße mit Ausstellungen von rund 20 Forschungsprojekten aus dem Akademienprogramm spannende Einblicke in die Forschungsarbeit der Akademien. Das Akademienprogramm dient der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung unseres kulturellen Erbes und ist das größte geisteswissenschaftliche Forschungsprogramm Deutschlands. In der Projektstraße können die Besucherinnen und Besucher z. B. über VR-Brillen die barocken Deckenmalereien des Bamberger Kaisersaals bestaunen oder mehr über mittelalterliche Inschriften der Welterbestätten Bamberg, Regensburg und Trier erfahren und in Online-Datenbanken recherchieren. Auch die Schriften der großen europäischen Denker und Theologen wie Arthur Schnitzler oder Friedrich Schleiermachen und ihr (Nach-)Wirken auf die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurse in Europa werden in den Akademien ediert und beim Akademientag präsentiert.

Die Abendveranstaltung des Akademientages widmet sich dem Thema „Zerstörtes Weltkulturerbe – Reale oder virtuelle Rekonstruktion?“ und findet ab 19:30 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Wie können Kulturdenkmäler geschützt und bewahrt werden? Was können moderne digitale Methoden bei der Rekonstruktion zerstörter Kulturgüter leisten? Was ist zu beachten, wenn einmal zerstörte kulturelle Zeugnisse wieder rekonstruiert werden, was geht trotz oder gerade wegen der Rekonstruktion verloren? Und wer bestimmt überhaupt angesichts der Fülle des bedrohten Kulturgutes, was bewahrt werden soll? Zu diesen Fragen diskutieren Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Horst Bredekamp, Professor für Kunstgeschichte an der Humboldt Universität und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Dr. Susanne Krömker, Leiterin der Arbeitsgruppe "Visualisierung und Numerische Geometrie" am Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen der Universität Heidelberg und Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier, Professor für Denkmalpflege und Baugeschichte an der Bauhaus-Universität Weimar. Die Musikgruppe Anonimi wird zudem mit dem „griechischen Blues“ Rebetiko immaterielles Kulturerbe zum Klingen bringen.