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Archäologietour Nordeifel 2018

Europa: Grenz- und Begegnungsräume LVR - Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

Eine Rundreise durch die Zeiten verspricht auch die 12. Archäologietour Nordeifel zu werden. Fünf archäologische Sehenswürdigkeiten und ein Ziel mit einem Einblick in die Erdgeschichte bietet die Rundreise auch in diesem Jahr.

Am Sonntag, 7. Oktober informieren Fachleute von 10-18 Uhr an sechs Plätzen im Kreis Euskirchen – und das ohne Anmeldung und kostenlos. In diesem Jahr steht die Archäologietour Nordeifel ganz im Zeichen des Europäischen Kulturerbejahres. Unter dem Leitthema „Grenz- und Begegnungsräume“ präsentieren wir Bodendenkmäler mit europäischen Bezügen.

An den meisten Stationen gibt es ein Kinderprogramm und örtliche Vereine laden zu einer Erfrischung und einem Imbiss ein. Markenzeichen der Tour sind auch weiterhin die Busexkursionen zu den Zielen, buchbar bei der Nordeifel Tourismus GmbH. Eifelkundige Reiseleiter*innen informieren in den Bussen über die Region, stimmen die Gäste bereits auf das jeweils nächste Ziel ein und unterhalten mit kleinen Anekdoten. Für gehörlose Gäste wird ein Bus von einem Dolmetscher für die Deutsche Gebärdensprache begleitet.

Dieses Jahr sind folgende Stationen vertreten:

Auf der Dreiborner Hochfläche bei Schleiden liegt der Walberhof, eine der ältesten Hofanlagen in der Region. In nationalsozialistischer Zeit entstand hier der Flugplatz der in nächster Nähe gelegenen NS-Ordensburg Vogelsang. Militärisch genutzt wurde das Flugfeld im Zweiten Weltkrieg bei dem deutschen Überfall auf die Beneluxstaaten und dem Angriff auf Frankreich, in der Endphase des Krieges durch amerikanische Einheiten, später durch belgische Streitkräfte.

Am Hollerather Knie bei Hellenthal finden sich zahlreiche Panzersperren und Reste von Bunkern am sog. Westwall. Ein Kölner Künstler hat – ohne die erforderliche Genehmigung – eine Reihe von Höckern mit einem Text des Philosophen Immanuel Kant versehen. Dieses moderne Kunstwerk bietet Stoff für Diskussionen. Der Künstler wird anwesend sein.

Die Wasserversorgung von Burg Blankenheim ist ein Technikbauwerk von europäischem Rang. Die Leitung aus Holzrohren, durchquerte ein Tal und wurde teilweise in einem Tunnel geführt. Sie wird in diesem Jahr 550 Jahre alt. Ziel der Archäologietour ist die Alte Quelle oberhalb der Burg.

Der römische vicus Nettersheim liegt direkt an der „Agrippastraße“, die die Städte Köln und Trier in der Antike miteinander verband. Die Ausgrabungen der vergangenen Jahre erbrachten neue, spannende Erkenntnisse zur zeitlichen und räumlichen Entwicklung der römischen Siedlung im Grenzraum des römischen Imperiums. Einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung leisteten naturwissenschaftliche Methoden. Archäologinnen und Archäologen der Universitäten Köln und Osnabrück werden ihre Forschungsmethoden und Ergebnisse vorstellen.

Auf den Tanzberg bei Keldenich beziehen sich die ältesten schriftlichen Überlieferungen zum Bleierzbergbau der Eifel im 14. Jahrhundert. Bereits für die römische Zeit gibt es zahlreiche Indizien, die hier für eine Gewinnung des im römischen Reich begehrten Metalls sprechen. Die noch heute erkennbaren Halden sind im Mittelalter und der Neuzeit entstanden. Schwere Grubenunglücke sind historisch überliefert und haben sich in der Sage vom Tanzberg niedergeschlagen.

Die Bergkuppe Buirer Ley bei Nettersheim ist Teil der Blankenheimer Kalkmulde. Ihr Kalkstein entstand vor rund 385 Millionen Jahren in der mitteldevonischen Givet-Stufe als das Rheinland weit südlich des Äquators lag. Am Boden eines flachen, tropisch-warmen Meeres bildeten sich ausgedehnte Riffe. Zu ihren wichtigsten „Erbauern“ zählten Stromatoporen und koloniebildende Korallen. Paläontologen zeigen den Gästen kleine und kleinste Fossilien aus dieser Zeit des Mitteldevons.

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