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ARCHITEKTOUREN durch Sachsen-Anhalt – Neues Bauen im Land von Reformation und Moderne

Europa: Erinnern und Aufbruch Architektenkammer Sachsen-Anhalt

Aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums im vergangenen Jahr und mit Ausblick auf den 100-jährigen Geburtstag des Bauhauses im nächsten ist im Rahmen der „Landesinitiative Architektur und Baukultur“ in Sachsen-Anhalt der vierte Band eines Architektur-, Kultur- und Reiseführers im Michael Imhof Verlag erschienen.

Von Wittenberg im heutigen Sachsen-Anhalt ging die Reformation aus und schob weitreichende Veränderungen in der ganzen Welt an. Gut 400 Jahre später wurde 1919 das Bauhaus gegründet. Es hatte insbesondere von Dessau aus – seinem zweiten Sitz ab 1926 – mit revolutionären Ideen und seinem zukunftsweisenden Gebäude eine Ausstrahlung in alle Kontinente, die bis heute nichts an ihrer Intensität verloren hat.

Der Tradition der Moderne sieht sich heute das Land Sachsen-Anhalt verpflichtet. #moderndenken Bauherren und ihre Architekten, sie führen das wertvolle Erbe fort, wenn sie in historischen Städten weiterbauen, wenn sie vorhandene Bausubstanz sanieren, den heutigen Bedürfnissen und technischen Anforderungen anpassen und zeitgenössische Hinzufügungen mit Respekt vornehmen.

Das Buch versteht sich als Einladung zu einer „ARCHITEKTOUR“ durch verschiedene Städte des Reformationsgeschehens sowie denen der Moderne, deren Bauten bis heute eine städtebauliche, funktionale und soziale Vorbildwirkung haben. Es ist zugleich eine Reise zu jenen Orten, die mit ihren baukulturellen Zeugnissen zu Identität, Selbstverständnis und Heimatgefühl der Sachsen-Anhalter maßgeblich beitragen und den Gästen des Landes ein Bild der Vielfalt vermitteln.

Die Reise beginnt im Geburts- und Sterbeort Martin Luthers: in Lutherstadt Eisleben. Die Lutherstadt hat in den vergangenen Jahren einen besonderen Ruf hinsichtlich der Sanierung und Erweiterung der Welterbstätten erworben. Sie ist die Stadt des Landes, in die die meisten Architekturpreise vergeben werden konnten, im IBA-Prozess nahm die Lutherstadt eine Vorreiterrolle ein.

Weiter geht es auf dem Weg über Mansfeld-Lutherstadt, dem Heimatort des Kindes Martinus Luder, nach Magdeburg. In Magdeburg – der Stadt der Moderne – wird der Bezug zur Reformation durch zwei außergewöhnliche Bauten, der wiederaufgebauten Johanniskirche und dem neuen Gemeindehaus in der Wallonerkirche, gezogen. Bedeutende Bauten der Moderne der Stadt werden ihren verschiedenen Architekten zugeordnet.

Einen Abstecher gibt es nach Osterwieck mit seinem bedeutenden Fachwerkbestand, an dem bis heute die frühen Reformationsbezeugungen der Bürger ablesbar sind, sowie seinem protestantischen Kirchenbau (Straße der Romanik).

Auf dem Weg nach Lutherstadt Wittenberg führt die Reise durch Dessau-Roßlau, jenem Ort, von dem die Institution Bauhaus wirkte, wo sich die „Bauhausbauten“ befinden und auch heute im Sinne der Moderne Stadtgestaltung stattfindet.

Lutherstadt Wittenberg ist ein hervorragendes Beispiel für das Weiterbauen im Welterbe (z. B. Lutherhaus, Schlosskirchenensemble) ebenso wie für den Aufbruch in die Moderne.

Bevor sich der Kreis in Lutherstadt Eisleben schließt, führt das Buch über Halle (Saale): eine Stadt der Renaissance, der Moderne und der zeitgenössischen Architektur. Hier trifft Architektur auf Kultur, hier findet über Jahrhunderte Stadttransformation statt.

„ARCHITEKTOUREN durch Sachsen-Anhalt – Neues Bauen im Land von Reformation und Moderne“ versteht sich als Klammer zwischen den Tourismusrouten des Landes und vermittelt Tipps zu „Sehenswertem auf dem Weg“, sei das zur „Straße der Romanik“, den „Gartenträumen – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“, den „Himmelswegen“ oder ausgewählter „Industriebaukultur“.

Herausgeber: Architektenkammer Sachsen-Anhalt; Autorin: Cornelia Heller
168 Seiten, farbig, Broschur, 11,50 EUR, Michael Imhof Verlag, ISBN 978-3-7319-0545-5