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Ausgezeichnet: UNESCO Memory of the World

Europa: Gelebtes Erbe Staatsbibliothek Bamberg

Bamberger Apokalypse | Hohelied und Buch Daniel | Lorscher Arzneibuch

In den Jahren 2003 und 2013 zeichnete die UNESCO drei der bedeutendsten mittelalterlichen Codices der Staatsbibliothek Bamberg durch die Aufnahme in das Register Memory of the World aus. Bereits 1993 wurde die Altstadt Bambergs zum Weltkulturerbe erklärt. Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums werden alle drei Handschriften der Staatsbibliothek in einer Sonderausstellung präsentiert.

Auf der Klosterinsel Reichenau im Bodensee entstanden die Bamberger Apokalypse und der Kommentar zum Hohelied, die mit ihrer farbenprächtigen Buchmalerei heute genauso wie bei ihrer Entstehung vor über tausend Jahren faszinieren. Noch älter ist das Lorscher Arzneibuch aus der Zeit Karls des Großen, das dokumentiert, wie die antike Medizin im christlichen Mittelalter fortlebte.

Zu sehen sind alle sechs Codices aus dem Reichenauer Skriptorium, die in der Staatsbibliothek Bamberg bewahrt werden. Ihre kunstvollen Bilder vermitteln biblische Inhalte. Von unschätzbarer Bedeutung für das Kulturerbe der Menschheit sind auch acht ausgestellte Handschriften, die den Klerikern der Bamberger Domschule antikes Wissen zugänglich machten. Die einzigartigen Handschriften führen eindringlich vor Augen, dass Bamberg im frühen Mittelalter einen kulturellen Kristallisationspunkt darstellte, an dem sich schöpferische Energien aus ganz Europa bündelten.

Zwei wertvolle Leihgaben bereichern die Ausstellung. Aus der Bayerischen Staatsbibliothek München kehrt ein weiterer von der UNESCO ausgezeichneter Codex, das Reichenauer Evangeliar mit seinem prachtvollen Goldschmiedeeinband, für drei Monate nach Bamberg zurück. Der Einband der Bamberger Apokalypse war einst mit einer eindrucksvollen Achatplatte verziert. Für die Dauer der Ausstellung ist der Schmuckstein aus der Schatzkammer der Münchener Residenz in Bamberg zu bewundern.

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