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Tafelsilber und Betongold – Ausverkauf der europäischen Stadt

Die europäische Stadt Denkmalverein Hamburg, Denkmalrat Hamburg und Patriotische Gesellschaft von 1765

Exkursion, Vorträge und Diskussion am Donnerstag, 25. Oktober 2018

Schon das Europäische Denkmalschutzjahr 1975 hatte sich gegen die ungebremste Spekulation und Abrisswut gewendet. Welche Folgen hat über 40 Jahre später der Verkauf von öffentlichem oder gemeinnützigem Eigentum in einem aufgeheizten Immobilienmarkt auf die historische Bausubstanz, und was sind mögliche Gegenstrategien und politische Handlungsansätze?

Ob Rathäuser, Schulen oder Wohngebäude – zunehmend wird staatliches Eigentum privatisiert, um marode Haushalte zu sanieren. Europaweit wird das baukulturelle Erbe, das eigentlich den nachfolgenden Generationen gehört, aus kurzsichtigen politischen Gründen verkauft. Dabei werden die meisten Entscheidungen völlig intransparent und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit vorbereitet und umgesetzt. Von dieser Entwicklung sind insbesondere die Zentren der Metropolen betroffen, in denen die Bodenpreise hoch sind und die Immobilienwerte seit Jahren ansteigen. Allzu oft ist die Privatisierung mit der Zerstörung historischer Architektur verbunden.

Am Beispiel der Freien und Hansestadt Hamburg und im europäischen Vergleich soll beleuchtet und diskutiert werden, welche Folgen dieses Phänomen hat, aber auch welche Gegenmodelle und politischen Strategien möglich sind. Dabei tauschen sich Vertreter/innen von Politik, Verwaltung, Immobilienwirtschaft und Zivilgesellschaft miteinander aus. Den Auftakt macht eine Rundfahrt zu Hamburger Beispielen einer verantwortungsbewussten Stadt- und Baukultur, anschließend gibt es Vorträge und eine Diskussion. Ausgewählte Projekte aus ganz Europa werden an Infotafeln präsentiert. Alle Ergebnisse werden dokumentiert und so aufbereitet, dass sie zu Forschungs- oder Planungszwecken weiterbearbeitet werden können. Entsprechende Kooperationen mit der TU Harburg und der HafenCity Universität sind in Vorbereitung.

Geplanter Ablauf

14-17 Uhr: Bus-Rundfahrt mit Teilnehmer/innen aus europäischen Projekten und Entscheider/innen zu ausgewählten Hamburger Projekten
Orte (voraussichtlich): Stiftsviertel St. Georg, Gängeviertel, Planbude, Viktoria-Kaserne
18 Uhr: Einführendes Statement der Veranstalter, Vortrag Prof. Furrer (angefr.) über die historische Baukultur im Spannungsfeld des aktuellen Immobilienmarktes und seine Erfahrungen in der Schweiz, Vortrag Levente Polyak über gemeinwohlorientierte Immobilienprojekte aus ganz Europa
19 Uhr: Diskussion mit Vertreter/innen aus Stadtplanung, Immobilienmarkt und Baukultur, Moderatorin Catarina Felixmüller
Ort: Reimarus-Saal im Haus der Patriotischen Gesellschaft von 1765

Veranstalter: Denkmalrat Hamburg, Denkmalverein Hamburg und Patriotische Gesellschaft von 1765

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