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Baukulturelles Erbe: Wegweiser oder Hindernis?

Die europäische Stadt Untere Denkmalschutzbehörde und Kulturamt der Stadt Konstanz

Der Bewahrung des baukulturellen Erbes unserer vielfältigen Stadtlandschaften kommt aktuell - in Zeiten rascher gesellschaftlicher Veränderungen - eine hohe Bedeutung zu. Insbesondere die als „hip und jung“ geltenden "Schwarmstädte", wie Frankfurt am Main oder Hamburg, aber auch Darmstadt, Potsdam oder Freiburg, unterliegen einer hohen Veränderungsdynamik. Die Stadtgesellschaften wandeln sich, größere Teile der Bürgerinnen und Bürger sind weniger mit „ihrer Stadt“ verwurzelt, sie bewegen sich mobil in ihren Arbeits- und Lebenswelten. Die Städte stehen neuen Raum- und Nutzungsbedarfen gegenüber.

Europäische Stadt und „Schwarmstadt“: Konstanz im Wachstum
In Konstanz, dem urban-kulturellen Zentrum der Bodenseeregion, kann ein kontinuierliches Wachstum gleichermaßen nach innen und außen beobachtet werden. Dies führt sowohl zur Verdichtung bestehender Strukturen als auch zur Ausdehnung des Siedlungsraumes. Der aktuellen Entwicklungsdynamik gegenüber steht ein historisch gewachsenes Stadtgebilde, welches - frei von Kriegszerstörungen - strukturell und substanziell bis ins Mittelalter zurückreicht, seine Prägung in zahlreichen Schichtungen und Überlagerungen erfuhr und - eingebunden in einen markanten, vom See bestimmten Landschaftsraum - in hohem Maße identitätsstiftend wirkt.

Rolle des baukulturellen Erbes in der Europäischen Stadt?
Wie in vielen anderen jahrhundertealten Europäischen Städten stellt sich die Frage, welche Rolle das gestaltprägende baukulturelle Erbe in einer von Wachstum bestimmten Stadt spielt und zukünftig spielen kann. Welche Relevanz kommt seiner identitätsstiftenden Wirkung in einer weniger ortsgebundenen Stadtgesellschaft zu? Wie wichtig ist seine Authentizität? Welchen Einfluss nehmen die historischen Baubestände auf die aktuelle Baukultur? Welchen Beitrag kann das Handwerk bei der Sicherung traditioneller Besonderheiten und Qualitäten leisten? Werden die Leitbilder der „Europäischen Stadt“ in der Ausbildung von Architekten und Planern heute noch als gültig vermittelt?