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Begegnungen

Europa: Erinnerung und Aufbruch Stadt Woerth

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges prägten zahlreiche Künstler aus Oberitalien die Kunst in Bayern. In Wörth war es Jacopo Tornino, der 1673/1674 das Rondellzimmer im Schloss stuckierte. Dabei ist es zu Begegnungen mit örtlichen Künstlern gekommen, die zur gleichen Zeit dort arbeiteten. Es wäre ungewöhnlich, wenn sie sich nicht über ihre Kunst ausgetauscht und gegenseitig beeinflusst hätten. Nach der Stuckierung malte der Regensburger Jakob Heibel den Raum mit mythologischen Bildern aus. Die Begegnung des Oberitalieners mit dem Regensburger schuf also ein kleines Stück Europäisches Kulturerbe, in dem 1806 mit der Unterzeichnung der Rheinbundakte auf Schloss Wörth durch Fürstbischof Karl Theodor von Dalberg europäische Geschichte geschrieben wurde. Nach dem 2. Weltkrieg waren die ersten Begegnungen mit amerikanischen Besatzungssoldaten verständlicherweise eher von Misstrauen geprägt, wenngleich der gemeinsame Kampf gegen das Hochwasser 1954 reibungslos klappte und die Hilfe der amerikanischen Soldaten dankbar angenommen wurde. In den 60ern waren dann Eisenbahnersöhne aus Frankreich, Finnland und Deutschland in Wörth, um ihre Ferien an der Eisenbahnschule zu verbringen. Die Begeisterung insbesondere der weiblichen Jugend war groß. Bis zum heutigen Tag anhaltende Freundschaften entstanden. Seit 2010 führt die Patenschaft mit der ungarischen Stadt Örkeny zu vielen weiteren Begegnungen. Als Pilsen 2015 Kulturhauptstadt Europas war, fand auch in Wörth ein reger Austausch deutscher und tschechischer Künstler statt. Viele dieser Begegnungen haben dazu beigetragen, bei den Beteiligten eine Vorstellung von europäischer Identität zu entwickeln. Während des Kulturerbejahres werden die Begegnungen intensiviert. Es sind künstlerische Begegnungen mit einem Bosnier, mit Ungarn, Briten, aber auch einem Mexikaner geplant.

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