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Beschriebenes Kulturerbe

Europa: Gelebtes Erbe LeseZeichen Mannheim

In jeder Epoche fand das materielle und immaterielle Kulturerbe in allen europäischen Ländern Eingang in die Literatur. Viele Romane wurden regelrecht um Bauwerke oder Bräuche herum entwickelt. Und Reiseliteratur ist ohne die Beschreibung des kulturellen Erbes der einzelnen Länder undenkbar. Weit über die reine Beschreibung hinaus, vermitteln die einzelnen Texte oft einen guten Eindruck davon, welche Aspekte des Kulturerbes zu welcher Zeit besonders geschätzt, gepflegt und betont wurde.

Das Projekt „Beschriebenes Kulturerbe“ stellt diese ganz unterschiedlichen Schriften in den Mittelpunkt. Menschen mit Interesse am kulturellen Erbe und Freude an Büchern werden motiviert, sich auf Spurensuche in der Literatur zu begeben. Wer beschrieb welche Stadt oder welches Denkmal? In welchem Werk finden sich Berichte über Traditionen und kulturelle Gepflogenheiten?

Um den europäischen Charakter des Projektes zu unterstreichen, soll der Schwerpunkt auf Texten liegen, bei der sich Autoren mit der Kultur eines für sie fremden Landes befassen. Also beispielsweise den Gedichten und Beschreibungen, die der englische Romantiker Lord Byron über seine Rheinreise verfasste. Oder dem Buch „In Spanien“ des dänischen Dichters und Märchenerzählers Hans Christian Andersen. Natürlich darf auch Goethes Italienische Reise nicht fehlen. Mit Sicherheit wird Reiseliteratur eine wesentliche Rolle spielen, denn die Entdeckung von Kulturerbe war und ist oft die zentrale Motivation für eine Reise. Und selbst wenn der Grund für eine Reise ein ganz anderer war, so sollte die Gelegenheit doch genutzt werden, auch das kulturelle Erbe des bereisten Landes zu entdecken. Schon die mittelalterlichen Reiseberichte der Rompilger bezeugen, dass sie nicht nur die Kirchen besuchen und Ablässe gewinnen wollten. Auch die antiken Monumente wurden besichtigt und beschrieben. Gespannt sind die Initiatoren des Projektes aber auch darauf, welche Beschreibungen außerhalb der klassischen Reiseberichte entdeckt werden.

In einem ersten Schritt werden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Texte, die ihnen besonders wertvoll sind, in einem Lesesalon vortragen. Besonders eingeladen dazu werden Mitbürgerinnen und Mitbürger, deren Wurzeln nicht in Deutschland liegen. Auch dadurch soll der europäische Charakter des Projektes betont werden. Ob zu einem späteren Zeitpunkt noch eine gesammelte Veröffentlichung der Textstellen erfolgt, ist noch offen.

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