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Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit

Europa: Gelebtes Erbe Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V

Vor mehr als 3.000 Jahren wurde am Fluss Tollense (Mecklenburg-Vorpommern) eine blutige Schlacht geschlagen. Ihre Überreste blieben im feuchten Tal bis heute erhalten. Es ist die bislang älteste Fundstelle dieser Art, die wir kennen. Sie ermöglicht einen europaweit einzigartigen Blick in die Geschichte des Krieges.

Das Szenario des Kampfes lässt sich so beschreiben: Mehrere hundert Männer, meist zwischen 20 und 30 Jahre alt, kämpften mit Pfeil und Bogen, Lanzen, Schwertern, Dolchen und Keulen gegeneinander. Mindestens 130 von ihnen starben. Ihre Leichen wurden geplündert und blieben im Tal zurück. Zwischen den toten Männern lagen die Leichen von mindestens fünf Pferden. Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die im Fluss gefunden wurden, gehörten vielleicht den getöteten Männern; vielleicht wurden sie aber auch später niedergelegt.

Wer die getöteten Menschen waren und woher sie kamen, liegt noch weitgehend im Dunklen. Auch der Anlass des Kampfes ist noch spekulativ. Sicher ist aber, dass es einen hohen Aufwand erforderte, so zahlreiche Männer zu mobilisieren, sie zu verpflegen und sie in den Kampf zu führen. Die dafür nötigen Machtstrukturen kennen wir noch nicht genau, aber es ist zu vermuten, dass dieselbe gesellschaftliche Elite hinter diesen Strukturen stand, die sich in den besonders reich ausgestatteten Gräbern der älteren Bronzezeit zu erkennen gibt.

Die Sonderausstellung „Blutiges Gold – Macht und Gewalt“ schlägt den Bogen zwischen den beiden Sphären – auf der einen Seite die Elite, die sich mit wertvollen Importgütern wie Gold, Seide und Glasperlen schmückte, auf der anderen Seite die Opfer des Krieges, die im Kampf im Tollensetal ihr Leben verloren. In der weiteren Perspektive wirft die Ausstellung die Frage auf, welche Rolle Krieg, Handel und Ideenaustausch im bronzezeitlichen Europa spielten. Zur Ausstellung gibt es eine Internetseite, über die auch ein Begleitheft für Schulen bestellt werden kann. Die Sonderausstellung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern ist bis zum 10. September 2018 im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden zu sehen.

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