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Buchreihe: Europa 2go

Europa: Gelebtes Erbe Anthea Verlagsgruppe

Der Anthea Verlag nimmt das von der Europäischen Kommission ausgerufene Europäische Kulturerbejahr 2018 zum Anlass, eine neue Reihe zu beginnen: In der Reihe Europa 2go [sprich: Europa-to-go] werden kürzere Texte zu Ländern und einzelnen Städten Europas sowie schriftstellerische Extrakte zu europäischen Werten und zum geistigen Kulturerbe veröffentlicht. Die Reihe gewährt Einblicke in das europäische Denken, Dichten und Reisen.

Gemäß des Länderschwerpunkts der Leipziger Buchmesse 2018 behandeln die ersten drei Bände dieser Reihe das Land Rumänien: Im ersten Band wird ein stimmungsvoller Bericht wiedergegeben, der im Jahr 1882 als Bilder aus Rumänien erstmals erschien. Die heute unbekannte Autorin Adelheid Bandau beschreibt die Stadt Bukarest, das bunte Treiben des Jahrmarkts, die religiösen Orte und Feste, die Riten und Untiefen des Alltags. Sie endet mit der feierlichen Königskrönung des rumänischen Herrscherpaares im Mai 1881.

Der zweite Band der Reihe Europa 2go enthält Erinnerungen und Essays der rumänischen Königin Elisabeth zu Wied (1843–1916), die unter dem Pseudonym Carmen Sylva vor allem Gedichte, aber auch Prosatexte und Dramatisches schrieb und in ihrer Zeit als bedeutende Schriftstellerin gefeiert wurde. „Von jedem Buche“, bemerkt sie 1907, „behält man meistens einen Satz“, und die vorliegende Zusammenstellung ist eine wahre Schatzkammer solcher Sätze der Lebenskunst, der Weisheit und inneren Einkehr, der schmerzhaften Krisen und der Hoffnung.

Der dritte Band der Reihe Europa 2go versammelt Texte des 1889 verstorbenen rumänischen National- und Meisterdichters Mihai Eminescu. In besonderer Ausdeutung begegnet den Leser*innen die von deutschen Schriftstellern vorgeprägte Romantik: die Blaue Blume, die Naturbegeisterung sowie die enttäuschte Liebe und das Leiden am Leben. Die nihilistische Tendenz bei Eminescu, die das Grundgefühl der Moderne ausmacht, ist immer poetisch-schön.

Anfang Dezember 2018 erscheinen zwei Bände mit dem Länderschwerpunkt "Österreich": Sie beinhalten Texte des Journalisten und Essayisten Friedrich Schlögl (1821–1892), der u.a. mit Ludwig Anzengruber befreundet war und in vortrefflicher Weise die Arten und Unarten seiner Wiener beschrieb. Neben diesem "Wien" gewidmeten Band steht ein Band mit Texten der jüdischen Schriftstellerin Else Feldmann (1884–1942). Sie wurde von den Nazis ermordet. Heute trägt in Wien eine Straße ihren Namen. Feldmann schrieb kleine, melancholisch-schöne Texte über die (fehlende) Liebe, über Mitmenschlichkeit. Ein Stolperstein der besonderen Art.

Anlässlich der Leipziger Buchmesse 2019 mit dem Länderschwerpunkt und Gastland "Tschechien" erschienen zwei Bände: das Buch "Frühling um 1900. Prager Geschichten" (EA 1936) als Prag-Band des Schriftstellers Paul Leppin (1878–1945) sowie die Ausgabe "Reisen wir nach Utopia", mit Lyrik und Prosa von Max Hayek (1882–1944). Leppin, der Prag persönlich und magisch beschreibt wie in keinem Reiseführer, gehörte zum Autorenkreis um Max Brod und Franz Kafka. Hayek war auch als Übersetzer des amerikanischen Dichters Walt Whitman bekannt, was sein eigenes Schreiben prägte und zudem die Whitman-Rezeption im deutschsprachigen Raum beförderte. Hayek wurde in Auschwitz ermordet. Die Reihe Europa 2go versteht sich ebenso als Erinnerung an die durch die Nazis ausgelöschte Literatur jüdischer Autoren.

Zusätzlich erschienen im Frühjahr 2019 der Kaukasus-Band mit Novellen des Woldemar von Uxkull (1860–1942) und die "Skizzen und Idyllen" (EA 1919) des bulgarischen Schriftstellers Petko Todorov (1879–1916).

Alle Bände sind mit einem Nachwort versehen, das die wesentlichen Informationen zu den Autoren, den ausgewählten Texten und ihren Kontexten prägnant wie essayistisch aufbereitet. - Die Reihe und Einzelbände werden herausgegeben von Martin A. Völker.