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CLASSICAL BEAT

Europa: Grenz- und Begegnungsräume Stiftung Neue Musik-Impulse Schleswig-Holstein

Das CLASSICAL BEAT Festival ist ein Musik-Festival mit nationalen und internationalen Künstlern der modernen, Grenzen überschreitenden klassischen Musikszene. Vom 22. - 26.Mai 2018 vernetzt es in der HanseBelt-Region klassische Musik mit anderen Musikgenres und moderner Clubkultur zu hochaktuellen Musikevents. Mit CLASSICAL BEAT wird die HanseBelt Region durch eine junge, kreative und Grenzen überschreitende Veranstaltungsreihe bereichert, die dem Publikum viele neue und außergewöhnliche Musikimpulse verspricht.

Händels Feuerwerksmusik ist Ausgangsmaterial für in die Zukunft weisende Gegenwartsmusik. Mit den Mitteln vom Improvisationen, Jazzphrasierung, Elektronik, historisch informierter Aufführungspraxis und Komprovisationen in der Begegnung mit traditionellem Ensemblespiel entstehen neuartige musikalische Klänge und Ausdrucksformen.

Die Künstlerische Leitung übernimmt zusammen mit dem bisherigen Leiter Etienne Abelin, Bernd Ruf, Professor an der Musikhochschule Lübeck. Bernd Ruf zählt zu den erfahrensten und kreativsten Künstlern im Bereich Classical Crossover. In seinen Projekten sucht er nach Verbindungen, Verständigungen und Auseinandersetzungen von und mit Musiker/innen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen.

In jedem Jahr rekomponieren Musikstudent/innen zusammen mit internationalen Musikpersönlichkeiten Symphonien von in Europa bekannten Komponisten und erarbeiten gemeinsam Auftritte in vier Ländern Nordeuropas. Ziel ist es, eine junge Generation für die klassische Musik zu begeistern. Auf diese Weise wird das musikalische Kulturerbe Europas erhalten und neu belebt. Im Fokus steht 2018 das Motto „Feuer“. Händels Feuerwerksmusik wird rekomponiert und mit den Mitteln von Improvisationen und Elektronik neu interpretiert. In der Begegnung mit traditionellem Ensemblespiel entstehen neuartige musikalische Klänge und Ausdrucksformen.

Es werden in alle Formate internationale und regionale Musiker/innen einbezogen. Schließlich geht es darum, eine Brücke zwischen den Kulturen zu schlagen und Musik als gemeinsame Sprache zu erleben. Ein Highlight in diesem Jahr: der aus Uruguay stammende Pianist Luciano Supervielle. Er ist ein in Südamerika überaus bekannter und erfolgreicher Pianist. In Konzerten mischt er klassische Klaviermusik mit elektronischen Elementen und erschafft so eigene Klangwelten.

In den kommenden Jahren soll die gesamte HanseBelt Region von Hamburg über Schleswig-Holstein und Dänemark bis nach Lund in Schweden zum Austragungsort von CLASSICAL BEAT werden. So trägt CLASSICAL BEAT zu einer einzigartigen, grenzüberschreitenden Kulturlandschaft in Nordeuropa bei.

CLASSICAL BEAT YOUNG ACADEMY
Junge Studierende von Musikhochschulen aus Schleswig-Holstein, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und den USA erarbeiten in Meisterkursen unter der künstlerischer Leitung von Professor Bernd Ruf und Etienne Abelin und der Mitwirkung von international bekannten Größen der modernen klassischen Musikszene u.a. mit Luciano Supervielle aus Montevideo/Uruguay - Monika Roscher, München - Frank Danksagmüller, Lübeck, - Gregor Hübner, New York oder Agustino Fernando, Montevideo/Uruguay ihre Qualifikationen und gemeinsame innovative Festivalauftritte. Mit dem parallel ausgeschriebenen CLASSICAL BEAT Kompositionspreis werden herausragende, neue, Genre-übergreifende Kompositionen in Nordeuropa gefördert und zur Aufführung gebracht.

DIGITAL SOUNDCAPES - Schülerworkshop 2018
In CLASSICAL BEAT SCHÜLERWORKSHOPS werden Schüler/innen im Kontext des Musikunterrichts in Schulen aufgefordert, sich auf musikalische Entdeckungsreise zu begeben. Schüler/innen erforschen Musik und Geräusche in der HanseBelt-Region. In Schulen, auf Marktplätzen, in Cafés, beim Sport oder zu Hause. Und entdecken dabei die Bedeutung der “akustischen Welt“ in unserem gesellschaftlichen Leben. Die mit dem Smartphone gesammelten Aufnahmen werden in Zusammenarbeit mit Tutor/innen der Musikhochschule Lübeck in eine “Sound-Symphonie“ überführt und in einem großen, gemeinsamen Abschlussevent mit allen teilnehmenden Schulen in Lübeck sowie in Nykøbing uraufgeführt.

Hintergrund:
Die Besucherzahl von Klassikkonzerten wird nach heutigen Studien langfristig einen signifikant rückläufigen Trend verzeichnen. So prognostiziert Thomas K. Hamann von der Universität St. Gallen einen Rückgang von 36% des klassischen Publikums in den nächsten 30 Jahren, sollte es keinen deutlichen Innovationsschub geben. Eine Umfrage der Hochschule Luzern deutet darauf hin, dass jüngere Zielgruppen sich zwar durchaus von klassischer Musik angesprochen fühlen, jedoch größte Mühe mit den Traditionen des klassischen Konzertbetriebes haben. Der typische heutige Konzertbesucher ist damit „vom Aussterben“ bedroht, da die Alterung dieser Publikumsgattung im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung überproportional ist.

Außerhalb der Metropolen und größeren Städte mit ihren etablierten Angeboten stellt sich diese Frage noch viel mehr. Denn innovative Inhalte und Formate finden ihren Weg oft nicht in den ländlichen Raum, wo die institutionelle Vernetzung vor Ort fehlt. Einzelne Veranstaltungen wiederum finden oft nicht ihr Publikum, weil eine gewisse Etablierung und der Wiedererkennungswert fehlen. Wie kann sich also die klassische Aufführungsform erneuern?

Die Notwendigkeit innovativer praxisorientierter Ansätze wurde insbesondere von Stefan Kleinberger in der Master-Thesis „Neue Konzertformate im Bereich klassischer Musik – Über die Notwendigkeit einer Modernisierung der Aufführungspraxis“ ausführlich erörtert. Seine Ausführungen zur innovativen Gestaltung von Konzertort, Konzertumfeld, Konzertdauer und Konzertprogramm bildeten eine wesentliche theoretische Diskussionsgrundlage für neue Musik-Impulse im Klassikbetrieb im Norden und die Entwicklung der CLASSICAL BEAT Veranstaltungsformate.

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