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Das Jahrhundert des Tanzes

Europa: Gelebtes Erbe Akademie der Künste Berlin

Eine performative Ausstellung zur Aktualität des Tanzerbes
24. August bis 21. September 2019

Der Abschluss des achtjährigen Programms Tanzfonds Erbe der Kulturstiftung des Bundes mit 60 realisierten Einzelprojekten ist in der Akademie der Künste konzipiert als eine Möglichkeit, am Beispiel des Tanzes das Kulturelle Gedächtnis als einen offenen Prozess von Gegenwartskunst zu begreifen. In der Aneignung historischer Choreographien und ihrer Transformation durch die Körper und Bewegungen von Tänzerinnen und Tänzern heute entsteht ein Raum kultureller Erinnerung.

Zentraler Ausgangspunkt für das Projekt ist ein Campus für internationale Studierende und Alumni, die sich in Meisterklassen, Vorträgen und Gesprächen praktisch und theoretisch mit der Tanzmoderne auseinandersetzen. Der Campus verbindet sich mit weiteren Bausteinen des Gesamtprogramms. Geht es doch um eine Verknüpfung von körperlichen Erfahrungen, ästhetischer Bildung und philosophischer Reflektion von kulturellem Gedächtnis. Die ineinander verwobenen Bausteine sind, neben dem Campus, eine Ausstellung „Vom Material zur Performance“, eine Veranstaltungsreihe von Rekonstruktionen oder Übertragungen von historischen Werken der Tanzmoderne, Gespräche, Vorträge und Diskussionen zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Tanzerbe sowie eine Dokumentation zum Jahrhundert des Tanzes.

Das internationale Campusprogramm zwischen dem 26. August und 2. September 2019 richtet sich an die nächste Generation von Tänzer*innen, Performer*innen, Choreograph*innen und Vermittler*innen mit dem Ziel, einen aktuellen Austausch über historische Materialien und Arbeitsansätze der Tanzmoderne zu ermöglichen und für die Praxis nutzbar zu machen. Verschiedene tanzpraktische Formate und ein offener Austausch mit internationalen Künstler*innen, Expert*innen und Zeitzeug*innen soll während der intensiven Arbeitswoche in den Räumlichkeiten der Akademie der Künste den Blick auf das Tanzerbe des 20. Jahrhunderts öffnen und der Erinnerung an das kulturelle Gedächtnis der Sparte Raum geben.

Das Angebot ist für eine ausgewählte Gruppe Studierender konzipiert, die neben dem Campus einen Zugang zur Ausstellung, dem Begleitprogramm aus Re-konstruktionen, Re-enactments, Re-stagings und den öffentlichen Diskussionen erhalten.

In Künstlergesprächen werden die Potenziale dieser Auseinandersetzung erörtert. Meisterklassen und thematische Trainingsformate ermöglichen eine physische Annäherung. In speziellen thematischen Lectures und Diskussionen zu Scores oder aktuellen Herausforderungen im Umgang mit dem westlich geprägten Tanzerbe können die Teilnehmer*innen individuelle Interessen verfolgen und kritisch hinterfragen.

Geschlossene Meisterklassen mit Anne Collod, Reinhild Hoffmann und Martin Nachbar sowie kritische Reflexion mit Ong Kengsen und anderen ermöglichen eine fokussierte und inhaltliche Übersetzung von Dokumenten in Bewegung. In Kleingruppen wird das Sampeln von Quellen und Materialien, die Bewegungsbeobachtung nach bestimmten historischen Vorbildern oder eine somatische Annäherung an die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts erprobt. Im Fokus stehen dabei Handschriften des deutschen Ausdruckstanzes und der Amerikanischen Moderne wie Postmoderne. Tänze und Materialien von Gertrud Bodenwieser, Gerhard Bohner, Isadora Duncan, Dore Hoyer, Mary Wigman, Ted Shawn und Ruth St. Denis treffen auf Zeitgenossen wie Cesk Gelabert, Anne Teresa De Keersmaeker, Jochen Roller, u.a. und ermöglichen damit ein spannendes Workshop-Programm mit sehr unterschiedlichen Formaten. Dieses Programm soll Teile des derzeitigen Diskurses widerspiegeln und den Aufbau neuer Netzwerke im Rahmen der thematischen Setzungen fördern.

Der Campus wird im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert. Das Gesamtprojekt „Das Jahrhundert des Tanzes“ ist ein Projekt der Akademie der Künste, Berlin und der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit Tanzfonds Erbe / Diehl + Ritter und Tanz im August.

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