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Das UNESCO-Welterbe Zollverein im Kulturerbejahr

Europa: Gelebtes Erbe Stiftung Zollverein

Die Zeche und Kokerei Zollverein wurde am 14. Dezember 2001 als „Industriekomplex Zeche Zollverein“ in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Seitdem gehört die ehemalige Industrieanlage offiziell zu den bedeutendsten Kulturgütern der Welt. In ihrer Begründung benannte die UNESCO zwei zentrale Kriterien für die Entscheidung: „Der Industriekomplex Zeche Zollverein in Essen ist ein bemerkenswertes Industriedenkmal, weil seine Gebäude herausragende Beispiele für die Anwendung der Gestaltungskonzepte der Bauhaus-Architektur in einem industriellen Gesamtzusammenhang sind. Die technischen und sonstigen Strukturen auf Zollverein XII dokumentieren eine entscheidende Phase der traditionellen Schwerindustrie Europas, in der architektonische Konzepte von außergewöhnlicher Qualität einfühlsam und sicher eingesetzt wurden.“
2018 endet der deutsche Steinkohlebergbau. Mit dem Ende der Kohleförderung geht ein wichtiges Zeitalter nicht nur der deutschen, sondern der europäischen Geschichte zu Ende. Mit Ausstellungen und Führungen erinnert das UNESCO-Welterbe Zollverein an diese Ära.

Bis 11. November 2018 präsentiert die Gemeinschaftsausstellung „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte“ von Ruhr Museum und Deutschem Bergbau-Museum Bochum in den architektonisch beeindruckenden Räumen der Mischanlage auf der Kokerei Zollverein eine faszinierende Zeitreise durch die geschichtlichen, technischen und kulturellen Dimensionen der Kohle.

Neben eigens entwickelten Führungen, sind 2018 auf dem Welterbe Zollverein vier Fotografier-Sonderausstellungen zu sehen. Dokumentarische Ansichten einerseits, melancholische Blicke auf den Bergbau anderseits – die Ausstellungen werden im Portal der Industriekultur und Ruhr Museum unterschiedliche Perspektiven versammeln.
So zeigt das Ruhr Museum seit Januar eine Werkschau des Essener Fotografen Josef Stoffels der in der Zeit vom Kohleboom bis zur Kohlekriese die Zechen im Ruhrgebiet fotografierte. Stoffels fotografierte damals fast alle fördernden Zechen im Ruhrgebiet, rund 150 an der Zahl.
Der 2017 verstorbene Wolfgang Neukirchner war Verwaltungsrichter, schrieb Schlager für Heino und Paul Kuhn – und fotografierte. Das Ruhr Museum zeigt seit dem 9. März erstmals seine Ruhrgebiets-Fotos. Mit Schwarzweiß-Kleinbild-Dias übersetzte er seinen eigenen Liedtext „Sie sind so leer, die Straßen“ in Fotografien. Rund 25 Aufnahmen zeigt die Stiftung Zollverein in Kooperation mit dem Ruhr Museum aktuell in einer Ausstellung im Portal der Industriekultur, die noch bis zum 1. Juli läuft.

Von Mitte Juli bis Mitte November widmet sich eine dritte Fotografie-Ausstellung der Zeit der Umnutzung der Zechen nach ihrer Stilllegung. Ebenfalls im Portal der Industriekultur sind dann unter dem Titel „Was von der Zeche bleibt. Bilder nach der Kohle.“ großformatige Arbeiten des Essener Fotografen Bernd Langmack zu sehen.

Die vierte Sonderausstellung führt die Besucher schließlich ab dem 8. Oktober zurück zu den Anfängen der Ruhrgebietsfotografie. Bis Februar 2019 wird mit Albert Renger-Patzsch einer der bedeuteten Dokumentarfotografen der Weimarer Republik in den Fokus gerückt. Der Name der Ausstellung ist Programm: „Die Ruhrgebietsfotografien.“

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