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Der Ritt Kaiser Karls V. von Mühlberg nach Bleesern / Wittenberg

Europa: Erinnern und Aufbruch Förderverein Hofgestüt Bleesern e. V.

2015 eröffnete Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke in Mühlberg/Elbe das neu gestaltete Museum „Mühlberg 1547“. Beim Festakt war auch der spanische Botschafter anwesend. Die Tatsache, dass der einstige spanische König Karl I. als Kaiser Karl V. das Schmalkaldische Heer in der Schlacht bei Mühlberg besiegte, trägt zum großen Interesse auf der iberischen Halbinsel an Mühlberg bei. Das von Tizian geschaffene Porträt „Kaiser Karl V. nach der Schlacht bei Mühlberg“ (Prado) ist weltberühmt.

In der Generalversammlung des Netzwerkes der „Europäischen Kulturroute Karl V.“ am 16. Dezember 2016 in Lissabon wurde die Stadt Mühlberg/Elbe als Schauplatz dieses historischen Ereignisses von europäischer Bedeutung in das Netzwerk der Europäischen Kulturroute aufgenommen. Aufgrund der weit über die Stadt Mühlberg hinausweisenden Bedeutung agiert der Landkreis Elbe-Elster federführend im Netzwerk.

Der Förderverein Hofgestüt Bleesern e. V. setzt sich seit seiner Gründung Ende 2010 für die Bereicherung des kulturellen Lebens in der Region Wittenberg ein. Er verfolgt damit das Ziel, die älteste Gestütsanlage in Deutschland, die im linkselbischen Ortsteil Seegrehna der Stadt Wittenberg liegt, vor dem Verfall zu bewahren und als Ort für kulturelle Veranstaltungen im ländlichen Raum zu etablieren.

Im kurfürstlichen Hofgestüt Bleesern wurden jene Schlachtrösser gezüchtet, die Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen als Anführer der Protestanten in Mühlberg gegen die katholischen Truppen benutzte. Auf einer zum Gestüt gehörenden Wiese an der Elbe – auch dieser Ort, die Herzog-Moritz-Wiese, ist eindeutig zu identifizieren – trug Karl V. am 4. Juni 1547 Moritz von Sachsen die Kurwürde an. Damit begann die bis 1918 währende Herrschaft der Albertiner über Sachsen.

Außer der Kurwürde verlor der abgesetzte und gefangene vormalige Kurfürst Johann Friedrich, der der Zeremonie am Elbufer beiwohnen musste, große Teile seines Landes an seinen Cousin Moritz. Die Macht- und Gebietsverschiebung im Hause Wettin von den Ernestinern hin zu den Albertinern schuf ganz neue Interessens- und Entwicklungskonstellationen, mit Auswirkungen bis in unsere Tage.

Der erstmalig 2018 und später in regelmäßigen Abständen im April/Mai stattfindende „Ritt Karls V.“ als öffentlichkeitswirksames Ereignis dient einerseits als Rahmen und Anlass für Veranstaltungen an den Orten auf der Route (Veranstaltungsreihe zum Saisonauftakt). Ausgehend von den historischen Ereignissen soll die Bevölkerung der Region für weltpolitische Dimension dieser Geschehnisse, die bis heute fortwirken, interessiert werden und dadurch einen Anlass zur Begegnung erhalten. Mittelfristig ist der „Ritt“ das Werbeinstrument für einen Reitweg und einen (in der Streckenführung nicht identischen) Radweg, die als nachhaltige „Produkte“ der Kooperation entstehen sollen (inkl. Beschilderung, Karten, Begleitpublikationen, Apps usw.). Bereits in der Vorbereitungsphase des „Events“ Der Ritt Karls V. von Mühlberg nach Bleesern werden Kontakte zur Europäischen Kulturroute Wege Karls V. aufgenommen. Zunächst wird eine länder-/landkreisübergreifende Kooperation angestrebt, in einem zweiten Schritt eine europäische Kooperation im Rahmen der europäischen Kulturroute „Wege Karls V.“ (Nachfolgeprojekt). Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), kofinanziert durch das Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg und das Land Sachsen-Anhalt. Unterstützt wird das Vorhaben durch den Förderverein Hofgestüt Bleesern e.V., die Städte Mühlberg/Elbe und Falkenberg/Elster und den Landkreis Elbe-Elster.

Als Ziel steht die Initiierung, langfristige Pflege und Etablierung einer länderübergreifenden Kooperation im Bereich des Kulturtourismus. Dabei sollen bestehende kulturtouristische Netzwerke in der Region und perspektivisch auch auf europäischer Ebene genutzt werden.