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Die Herrnhuter. Von Sachsen nach Europa

Die europäische Stadt Zentrum für Kultur//Geschichte

Von Sachsen nahm eine weltumspannende Bewegung ihren Ausgang: die Herrnhuter Brüdergemeine. 1722 hatte Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) auf den Fluren des Ritterguts Berthelsdorf in der Oberlausitz (Sachsen) Glaubensflüchtlinge aus Mähren angesiedelt, denen die Ausübung des evangelischen Glaubens im Königreich Böhmen verboten worden war. So entstand 1721 die Siedlung Herrnhut. Eine Abendmahlsfeier am 13. August 1727 wurde als Erweckungserlebnis empfunden. Seither gilt dieser Tag gilt als Gründungstag der Evangelischen Brüder-Unität (auch Mährische Brüder, Moravians), einer weltweit verbreiteten evangelischen Freikirche.

Ausgehend von Herrnhut, dem zentralen Bezugspunkt der Glaubenstradition der Brüdergemeine, bildete sich ein europaweites Netzwerk von Niederlassungen der Herrnhuter heraus. Diese ca. 30 Orte zeichnen sich durch ein ganz eigenes, unverwechselbares Gepräge aus, das in vielen Orten bis heute ablesbar ist. In 7 europäischen Ländern bestehen noch lebendige oder ehemalige Herrnhuter-Siedlungen.

Ziel des Projektes ist es, ein Netzwerk der Herrnhuter-Siedlungen in Europa aufzubauen. Eingebunden werden alle, die heute die Herrnhuter-Siedlungen nutzen, betreiben, mit Leben erfüllen oder touristisch vermarkten. Über den Aufbau eines Netzwerk-Büros, gegenseitige Besuche und die Veranstaltung einer Konferenz in Herrnhut sollen die Verbindungen zwischen den Akteuren gestärkt werden. Zudem soll ein Wegweiser zu den Orten der Herrnhuter in 7 Sprachen herausgegeben werden. So entsteht eine europäische Kulturroute, die anhand des Erbes der Herrnhuter so wichtige Werte wie Glaubensfreiheit, Respekt vor anderen Sprachen und Kulturen sowie die Überwindung nationaler und konfessioneller Grenzen vermittelt.

Ein bekanntes Symbol ist der Herrnhuter Stern, der von den Herrnhutern erfunden wurde und in vielen europäischen Ländern eine beliebte Advents- und Weihnachtsdekoration darstellt.

Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefördert.

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