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Die Malzscheune der Lutherstadt Eisleben

Die europäische Stadt Lutherstadt Eisleben

Das zweigeschossige Brauereigebäude "Malzscheune" entstand um 1830. Erbaut wurde es aus Bruchstein bzw. Fachwerk mit zeittypischer Putzstruktur, sowie kleinen rundbogigen Fenstern im Erdgeschoss und rechteckigen Öffnungen im Ober- und Dachgeschoss. Im Erdgeschoss des Gebäudes befand sich ein großer kreuzgratgewölbter Raum, welcher als Lagerraum genutzt wurde. Die Form des Gewölbes ist typisch für den italienisch Romanischen Baustil, dieser beschreibt die kunstgeschichtliche Epoche in der europäisch mittelalterlichen Kunst. Dieser Stil ist ebenso in Frankreich und Spanien bekannt und gilt somit als erste große gesamteuropäische Kunstepoche nach der Antike. Die historische Malzscheune ist nicht nur architektonisch von hoher Bedeutung, sie verdeutlicht auch die Lutherstadt Eisleben als damaligen Brauereistandort. An die Malzscheune schließt der Seminarhof an, auf welchem sich die ehemalige Schule Martin Luthers befand.

Lange Zeit war das ehemalige Brauereigebäude ungenutzt. Durch den Umbau der Malzscheune und Umstrukturierung des Areals wurde zunächst ein Parkplatz für Touristenbusse und eine öffentliche Toilette geschaffen. Außerdem wurde das Treppenhaus als Zugang zur 1. Etage ausgebaut und ein Fahrstuhlschacht wurde errichtet. Somit kann das Objekt barrierefrei erschlossen werden. Das Erdgeschoss und die Außenhülle wurden bereits aufwendig saniert. Der Umbau der ehemaligen Malzscheune konnte über Städtebauliche Fördermittel finanziert werden. Zur Zeit erarbeitet die Lutherstadt Eisleben noch ein Nutzungskonzept für das erste Obergeschoss um das Objekt fertig zu stellen. Neben der Malzscheune lädt der Seminarhof mit Blick auf die Seilscheibe, ein Zeugnis der Berg- und Hütten-Kultur des Landkreises Mansfeld-Südharz, unterdessen zum Verweilen ein.

Derzeit befindet sich die Lutherstadt Eisleben in der Ausschreibungsphase für die Gestaltung des Gewölberaums. Geplant ist, Touristengruppen dort zu empfangen und sie mit Werbematerial der Lutherstadt Eisleben, Stadtplänen und Souvenirs zu versorgen. Weiterhin wird ein Cafè-Bereich entstehen um die Touristen mit Kaffee, Tee und kleineren Snacks zu versorgen. Highlight ist die im Gewölberaum ausgestellte Kerßenbroksche Tellersammlung von 1852 aus der Königlichen-Preußischen Porzellanmanufaktur Berlin.

Die Malzscheune wurde aus dem Bestand entwickelt und für den öffentlichen Raum zugänglich gemacht, so entsteht für die Lutherstadt Eisleben eine kulturelle Begegnungsstätte aus einem historischen Erbe, welches weiterhin als Denkmal der Stadt gewahrt wird. Außerdem dient die Malzscheune als Empfangsort für Touristen Europas und der Welt. Von dort aus haben sie Zugang zu den UNESCO Welterbestätten, welche Martin Luthers bedeutende Rolle für das Europäische Kulturerbe wieder spiegeln. Zum Tag der Städtebauförderung am 05. Mai 2018 wird für interessierte Besucher eine Führung und eine Vorstellung der weiteren Planung im Gewölberaum angeboten.

Falls Sie die ehemalige Malzscheune in der Lutherstadt Eisleben besuchen wollen, finden Sie diese in der Bahnhofstraße 32, 06295 Lutherstadt Eisleben. Von der Malzscheune aus, haben Touristen nur einen kurzen Weg zu weiteren kulturellen Welterbestätten wie zum Beispiel dem Geburtshaus- und Sterbehaus Martin Luthers, sowie seiner Taufkirche St. Petri-Pauli. Weitere Informationen zur Lutherstadt Eisleben erhalten Sie in der Tourist Information Lutherstadt Eisleben und Stadt Mansfeld e.V., Markt 22, 06295 Lutherstadt Eisleben, Tel.: 03475/602124, Email: info@lutherstaedte-eisleben-mansfeld.de.