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Eiermannbau Apolda

Europa: Erinnern und Aufbruch IBA Thueringen

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen entwickelt bis 2023 gemeinsam mit über 150 Projektträgern innovative Projekte, unterstützt kooperative Prozesse und fördert exzellente Gestaltung im Um- und Neubau. Die internationalen und interdisziplinären Projektprozesse finden an rund 30 Standorten in der kleinteiligen Siedlungsstruktur von Thüringen statt. Einer davon ist der Standort Eiermannbau Apolda. Die IBA Thüringen ist Wegbereiter einer fortschrittlichen und modernen Provinz. In Salons, Fachkonferenzen und Ausstellungen wird der StadtLand-Zukunftsprozess kontinuierlich vermittelt.

Der Eiermannbau in Apolda ist ein Industriedenkmal von besonderem Rang. Es ist das einzige Gebäude des Architekten Egon Eiermann in Thüringen und ein wichtiges Beispiel für eine nachhaltige Umbaukultur. Ursprünglich gebaut als Weberei, wurden seit Mitte der 1930er Jahre Feuerlöschgeräte am Standort produziert. Eiermann selbst hat dazu 1938/39 die bestehende Weberei erweitert, sensibel und aufmerksam die vorhandene Gebäudestruktur fortgeführt und gleichzeitig die funktionalen und ästhetischen Anforderungen seiner Zeit eingebracht. So entstand mitten in der kleinen mitteldeutschen Industriestadt Apolda eine Ikone der Industriemoderne. Die Moderne hat in Europa eine Vielzahl bedeutender Fabrikgebäude hinterlassen (u.a. Van Nelle Fabrik in Rotterdam, Fabrikhalle Bata-Park in Möhlin). Heute sind sie ein prägendes baukulturelles Erbe für die Phase von wirtschaftlichem Wachstum und Erfolg in Europa. 1994 wurde die Produktion von Feuerlöschgeräten im Eiermannbau aufgegeben. Seit Frühjahr 2016 wird der leerstehende Standort initiativ von der IBA Thüringen entwickelt. In einem intensiven Aktivierungs- und Beteiligungsprozess wurde aus den Anregungen des IBA Campus 2016 und der IBA Konferenz LeerGut in einer Machbarkeitsstudie das Leitbild ‘Open Factory’ für den Standort erarbeitet. Zukünftig soll der Eiermannbau eine Adresse werden, bei der Handwerk und Produktion ebenso wie Bildungs- und Vernetzungsangebote sowie Kunst und Kultur eine wichtige Rolle spielen. Ab Mai 2018 verlegt die IBA Thüringen ihren Geschäftssitz in den Eiermannbau und wird selbst Teil der Entwicklung. Durch regelmäßige Führungen, öffentliche Veranstaltungen und mit einer Ausstellung zum IBA Prozess in Thüringen wird der Standort und seine Bedeutung für die Stadt- und Architekturgeschichte einer interessierten Öffentlichkeit vermittelt.