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Erlebnis Industriekultur

Europa: Erinnern und Aufbruch Erlebnis Industriekultur

Die Industrialisierung, die in England ihren Ausgang nahm, breitete sich rasch auf andere europäische Länder aus. Dabei nahmen einzelne Regionen die Impulse der Industrialisierung mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und Resonanz auf. Innerhalb Deutschlands war Thüringen eine der ersten Regionen, in denen sich industrielle Produktionsmethoden durchsetzten. Abweichend von der bekannten englischen Industrialisierungstrias „Textil-Metall-Maschinenbau“ bildete sich in Thüringen allerdings eine Vielzahl von hoch spezialisierten Produktionszweigen heraus. Unter hohem Arbeitsaufwand wurden hier oft kleine, leicht zu transportierende Produkte hergestellt und bis weit über die Landesgrenzen hinaus exportiert. Auf einmal waren Thüringer Produkte in ganz Europa erhältlich. Thüringer Unternehmen besaßen Vertretungen in europäischen Nachbarländern, präsentierten ihre Produkte auf Weltausstellungen und warben Fachleute aus dem Ausland an.

Das Beispiel Thüringen zeigt sehr anschaulich, dass europäische Trends in den einzelnen Regionen höchst unterschiedlich aufgenommen und fruchtbar gemacht wurden: Die Industrialisierung Europas war kein homogener Prozess. Zwar intensivierten und beschleunigten sich mit der Industrialisierung die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Ländern und ein europäischer Absatzmarkt steigerte den Innovationsdruck; Dennoch bewahrten sich die Regionen ihre Besonderheiten und begegneten auf eigene Weise den neuen Herausforderungen.

Das Jahr 2018 hat die Thüringer Staatskanzlei zumThemenjahr "Industrialisierung und soziale Bewegungen in Thüringen" erklärt. Die Leitausstellung „Erlebnis Industriekultur – Innovatives Thüringen seit 1800“ wirft darin einen umfassenden Blick auf die Industrialisierung in Thüringen. Sie ist das erste große Ausstellungsprojekt zu diesem Thema und widmet sich dem besonderen Weg Thüringens in das europäische Industriezeitalter. 500 Schauobjekte aus dem ganzen Land bringen die Ausstellungsmacher für drei Monate in der denkmalgeschützten Shedhalle zusammen. Museen, Archive, wissenschaftliche, private und unternehmenseigene Sammlungen aus dem Freistaat steuern wertvolle Stücke bei, von der historischen Versicherungsurkunde bis zur Grubenbahn.

Zur Ausstellung ist ein umfangreiches Begleitprogramm geplant, das das Ausstellungsthema veranschaulicht und vertieft.

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