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Europäische Kulturroute „Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser“

Europa: Austausch und Bewegung Hugenotten- und Waldenserpfad e.V.

Auf einer Gesamtlänge von 2.000 km folgt der Hugenotten- und Waldenserpfad dem realen historischen Fluchtweg der Hugenotten von Mialet in den französischen sowie der Waldenser aus den Tälern des italienischen Piemonts bis Bad Karlshafen in Nordhessen. Er führt durch traumhafte Landschaften durch die französischen und piemontesischen Alpen, über Genf in die Schweiz und entlang des Schweizer Jura und durch das Schweizer Mittelland nach Schaffhausen.

Der Weg in die Freiheit...
In der frühen Neuzeit wurden die Hugenotten und Waldenser, reformierte Gläubige in Frankreich und Italien, grausam von Staat und Kirche verfolgt. Tausende flohen vor Gewalt und Intoleranz in reformierte Länder und fanden hier eine neue Heimat. Reformation und Aufklärung trugen wesentlich zur Entstehung einer humanitären gesellschaftlichen Grundhaltung sowie zu neuen Wissenschaften und Techniken in den folgenden Jahrhunderten in Europa bei.

Ziel des Europäischen Kulturfernwanderwegs „Hugenotten- und Waldenserpfad“ ist es, das Kulturerbe der Flüchtlinge in Wert zu setzen und die Themen Exil, Migration und Integration in Europa in diesem Zusammenhang einen historisch übergreifenden europäischen Gesamtkontext zu betten. Der Europarat hat dem Kulturfernwanderweg, der von einer Partnerschaft mehrerer Träger in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Italien getragen wird, 2013 das Prädikat „Europäische Kulturroute“ verliehen und dieses Zertifikat 2017 erneuert.

Die Kulturroute lebt vom Engagement der örtlichen Mitglieder und Akteure, die sich aktiv als als Wegmarkierer, Kulturveranstalter und Geschichtenerzähler einbringen. Ein dichtes Netzwerk auf den lokalen und regionalen Ebenen führt dazu, dass Wanderer auf dem Weg in unterschiedlichster Weise das Kulturerbe der Glaubensflüchtlinge entdecken können – z.B. durch praktische Auseinandersetzung mit dem Bauen, Wohnen Technik und Wirtschaften in früheren Zeiten.

Im Rahmen des Projekts werden im Laufe des Europäischen Kulturerbejahres 2018 folgende Themen und Formate umgesetzt, um die europäische Vernetzung und den Austausch im Kontext des kulturellen Erbes hervorzuheben und weiterzuentwickeln:
• Workshop zur Sprache der Waldenser, „Das Patoua“
• Tagung zum Thema „Das Wandern im und von Märchen“
• Zweitägige Seminarveranstaltung „Wandern auf Hugenotten- und Waldenserspuren“

Auch für Kinder und Jugendliche sind vielseitige Angebote geplant
• Geocaching-Angebote in Form von Multicaches mit Rätselaufgaben zur Fluchtgeschichte auf einem Rundweg durch die Gemarkung.
• Erlebniswandern mit Kindern im Grundschulalter mit historischer Gepäck- und Verpflegungsausstattung
• Schul-Erlebnistage vor Ort mit Nutzung sozialer Netzwerke und Medien und mit innovativen digitalen und medialen Vermittlungs- und Partizipationsformaten
Diese Veranstaltungen werden durch eine kulturpädagogische Fachkraft und Kreativakteure begleitet.

Weitere Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sind:
• „Kulturerbe hören - Wo ist das Fremde heute?“ - eine interaktive zweiwöchige Spurensuche auf dem Weg mit audiotechnischen Methoden
• Nachbau von vier Treidelkähnen zur Aufstellung am Landgraf-Karl-Kanal –Verlauf

Die Angebote für Erwachsene:
• das klassische Format örtlicher Führungen zu und in Stätten des Baukulturerbes der Hugenotten und Waldenser sowie Kulturlesewanderungen mit authentischen historischen Fluchtberichten auf der gesamten deutschen Strecke des Hugenotten- und Waldenserpfads

Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

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