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Europäische Kulturroute der Reformation

Europa: Austausch und Bewegung Europäische Kulturroute der Reformation

Die Reformation ist wesentlicher Bestandteil der Geschichte und Kultur Mitteleuropas. Dennoch ist sie bislang kaum als regionale Ressource etabliert. Das Projekt Europäische Kulturroute der Reformation (European Cultural Route of Reformation – ECRR) nimmt dieses vielfältige Erbe nun in den Fokus. Ziel ist es, das Vermächtnis der Reformation als Baustein der gemeinsamen Identität in Europa zu nutzen und damit die Regionalentwicklung zu fördern.

Die zwölf Projektpartner repräsentieren die weite Spanne des Reformationserbes – von den Hinterlassenschaften der (Vor‐)Reformatoren wie Jan Hus, Martin Luther und Primoz Trubar bis hin zu den Spuren der Bibelschmuggler in der Gegenreformation. Vertreten sind Entwicklungs‐ und Marketingagenturen, öffentliche Verwaltungen, ein Forschungsinstitut, der Tourismussektor und ein kirchlicher Partner. Die Thüringer Landgesellschaft mbH mit Sitz in Erfurt übernimmt die Federführung im von Interreg Central Europe im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanzierten Projekt.

Gemeinsames Ziel ist es, eine Kulturroute der Reformation mit touristischen Anlaufpunkten in verschiedenen Ländern zu etablieren, die über das Projektende hinaus Bestand hat. Für das langfristige Management entwickeln die Partner eine gemeinsame Verwaltungsstruktur und Dachmarke. Damit sollen die Route und ihre reformatorischen Denkmäler beworben werden. Die Mitgliedschaft in der Route wird sich nicht auf die Projektpartnerländer beschränken, sondern offen sein für alle reformationsrelevanten Regionen. Am Ende des Projekts steht der formale Antrag auf Anerkennung der Kulturroute durch den Europarat.
Um die Gründung der Route vorzubereiten, werten die Partner zunächst Erkenntnisse aus bereits existierenden Kulturrouten aus. Bei Workshops lernen lokale Akteure aus Tourismus, Kirche und Kultur mehr zum nachhaltigen Management des Reformationserbes und zu Partizipationsprozessen. Nicht zuletzt soll ein Mentoring‐Programm innerhalb der Projektpartnerschaft zum Austausch zwischen erfahrenen und unerfahrenen Regionen beitragen. In sieben Regionen investieren die Partner zusätzlich in digitale Informationspunkte und touristische Informationstafeln. Mit diesen Maßnahmen trägt die Europäische Kulturroute der Reformation zur nachhaltigen Entwicklung der Regionen bei. Sie dient der Förderung eines verantwortungsvollen, nachhaltigen Tourismus und unterstützt das Kulturerbe der Reformation.

Verschiedene Jubiläen kommen dem Anliegen der Kulturroute zu Gute: So möchte das Projekt den wachsenden Kulturtourismus im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums als Plattform nutzen, ebenso wie das Jahr des nachhaltigen Tourismus 2017 und das Europäische Jahr des Kulturerbes 2018.

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