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Europäischer Kulturaustausch – verstehen, vermitteln, weiterführen

Europa: Austausch und Bewegung Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

Innerhalb Europas war der Austausch von Kultur und kulturellen Aspekten schon immer gegeben. Seit der Antike können wir beobachten, dass Menschen unterwegs waren, Waren verhandelten und Ideen mit sich brachten. Im Mittelalter sind Klöster und Adelsitze wichtige Orte europäischer Netzwerke. Während bereits im Mittelalter Fernhandel mit dem Orient neue kulturelle Einflüsse bringt, ist die Renaissance vor allem geprägt von einer Ausbreitung des italienischen Lebensstils in ganz Europa. Der Absolutismus, aber auch die Französische Revolution und das Zeitalter Napoleons sorgen für einen kulturellen Austausch mit Frankreich. Die Industrialisierung führt zu weiterem Austausch, auch durch grenzüberschreitende Wanderbewegungen von Arbeitern.

Heute können wir gerade durch schnelle Kommunikationsmöglichkeiten einen sehr intensiven Kulturaustausch innerhalb Europas und der ganzen Welt beobachten. Dies spiegelt sich in unserer Baukultur, in unseren Kulturlandschaften und in unserem immateriellen Kulturerbe. Vieles was uns als selbstverständlicher traditioneller Teil unserer Kultur erscheint, ist Ergebnis einer langen europäischen Kulturgeschichte.

Aber wie und wann kamen diese kulturellen Neuerungen zu uns und wie ist unser Kulturerbe in andere Regionen Europas gelangt? Woran können wir eine europäische Identität festmachen und wie können wir sie einem breiten Publikum vermitteln? Dies sind Fragen, deren Beantwortung wir uns anhand zwei ausgewählter Themen in diesem Projekt widmen wollen. Das Projekt wird durchgeführt gemeinsam mit Heimatverbänden in Deutschland und Europa und legt einen besonderen Fokus auf das bürgerschaftliche Engagement. Für Engagierte sollen Methoden und Ideen entstehen, wie kulturelle Bezüge innerhalb Europas entdeckt und vermittelt werden können.

Das erste Thema ist das verborgene Kulturerbe: dies sind zum einen unterirdisch angelegte Bauwerke wie Keller, Bunker, Tunnel und andere Anlagen. Diese wurden unterirdisch angelegt, um bestimmte Eigenschaften zu nutzen, beispielsweise Schutz oder Kälte. Auf der anderen Seite ist auch archäologisches Kulturerbe, oft Bodendenkmäler, Teil dieser Denkmalgattung. Beispielhaft wird von uns der römische Limes betrachtet.

Das zweite Thema ist die Europäische Esskultur. Esskultur ist verbunden mit Speisen, ihrer Herkunft und Verarbeitung. Gleichzeitig ist Esskultur auch prägend für Baukultur, Handelswege, Kulturlandschaften sowie Bräuche und Feste. In all ihren Facetten ist unsere heutige Esskultur Ergebnis einer langen Kulturgeschichte und des kulturellen Austausches in Europa. Gleichzeitig ist die jeweilige regionale Ausprägung mit regionalen Spezialitäten und der damit verbundenen regionalen Identität Spiegel der differenzierten Kulturgeschichte.

Im Rahmen des Projektes werden drei internationale Tagungen durchgeführt. Die erste mit dem Titel „Bürgerschaftliches Engagement am Limes“ hat bereits stattgefunden und hat uns die Erhaltung und die Vermittlung eines Kulturdenkmals, das sich durch halb Europa zieht, vor Augen geführt. Eine zweite Tagung zu „Historischen Kellern“ fand am 16./17. Januar 2018 in Mittweida (Sachsen) statt und zeigte beispielhaft die besonderen Bedingungen, aber auch die Chancen für verborgenes Kulturerbe. Eine dritte Tagung zur Europäischen Esskultur ist im Frühsommer geplant.

Im Rahmen des Projekts entstehen zwei Publikationen, die die Ergebnisse festhalten und so auch als Methoden-Handbücher für Engagierte und Fachleute dienen.

Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

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