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Fremde Impulse – Baudenkmale im Bergischen Land

Europa: Austausch und Bewegung Bergischer Geschichtsverein

Das „Bergische Land“ wird nicht nur durch seine wald- und wasserreiche Mittelgebirgslandschaft, sondern auch durch historische Siedlungen und alte Industrieanlagen geprägt. Dementsprechend verfügt diese Kulturlandschaft über einen reichen und vielfältigen Denkmalbestand, der großteils auch als Ziel bau- und kunstgeschichtlicher, aber auch touristischer Ausflüge genutzt wird. Das Projekt „Fremde Impulse – Baudenkmale im Bergischen Land“ will am Beispiel einiger herausragender Gebäude verdeutlichen, dass Migration und Einflüsse von außen schon immer einen entscheidenden Beitrag zum kulturellen Reichtum einer Region beigetragen haben.

Ein bedeutendes Beispiel ist sicherlich das im barocken Stil errichtete Schloss in Bensberg, das von 1711 bis 1716 durch den italienischen Architekten Graf Matteo d´ Alberti entworfen und errichtet wurde. Außerdem haben eine Vielzahl von italienischen, aber auch niederländischen Künstler die Innenräume gestaltet, weshalb es heute zu den bedeutendsten Barockschlössern in unserem Land gezählt werden darf. Für den Sakralbau kann St. Laurentius in Wuppertal-Elberfeld angeführt werden, der von dem Kirchbaumeister Adolph von Vagedes, einem Schüler des Pariser Architekturlehrers Jean Nicolas Louis Durand errichtet wurde.

Außerdem haben einige englische Unternehmer einen Beitrag für die Industrialisierung im Bergischen Land geleistet. Nach „englischem Muster“ sind auch Fabriken errichtet worden, wie die Baumwollspinnerei und –weberei Brügelmann in Ratingen-Cromford. Als Grundlage für eine Reihe von Arbeitersiedlungen im Bergischen Land diente auch die von dem Briten Ebenezer Howard Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte „Gartenstadtidee“. Als ein eindrucksvolles Beispiel darf die in Bergisch Gladbach befindliche „Gronauer Waldsiedlung“ angeführt werden, wo feinsinnige Architekten nach diesem auch sozialreformerischen Konzept eine mustergültige Anlage geschaffen haben. Desweiteren sind im Bergischen Land eine Reihe von englischen Landschaftsgärten angelegt worden, deren Stil und Ausformung im 18. Jahrhundert in England entwickelt wurden und über deren bewussten Kontrast zu den exakt angelegten Beeten und beschnittenen Hecken wir uns noch heute erfreuen dürfen.

Ziel ist, die Bürger/innen zu sensibilisieren und sie darüber zu informieren, dass viele unserer Baudenkmale im Bergischen Land nicht alleine stehen, sondern über die Initiatoren, Planer und Erbauer, Stile und Techniken die verschiedensten Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen miteinander verknüpft waren. Im Rahmen dieses Projektes ist die Erstellung einer Broschüre geplant.

Außerdem ist angedacht, am „Tag des offenen Denkmals“, der am Sonntag den 9. September 2018 stattfinden wird, an einigen dieser ausgewählten Standorte entsprechende Führungen durchzuführen, um die europäische Dimension unseres kulturellen Erbes anhand dieser Beispiele entsprechend erfahrbar zu machen.

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