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„Frieden.Europa“ – das Rathaus des Westfälischen Friedens als Erinnerungsort

Europa: Erinnern und Aufbruch Stadt Münster / Stadt Osnabrück

Die Rathäuser von Münster und Osnabrück sind 2015 mit dem europäischen Kulturerbe Siegel ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung beinhaltet zugleich die Verpflichtung, dieses Stück europäischer Geschichte auch für zukünftige Generationen lebendig zu halten.

1648 wurde in Münster und Osnabrück der Westfälische Friede als einer der ersten europäischen Friedensverträge der Neuzeit nach fünfjährigen schwierigsten Verhandlungen abgeschlossen. Ein Friede, der Auswirkungen auf das moderne Völkerrecht hatte und bis heute vor allem deshalb einen so zentralen europäischen Erinnerungswert darstellt, weil er durch Verhandeln in einer als ausweglos erscheinenden Konfliktsituation erreicht worden ist.

Die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges ohne Sieger und Besiegte wirkt als europäische Erfahrung weit über die Stadt, ja sogar weit über Europa hinaus; mit dem Westfälischen Frieden verbinden sich somit Anspruch und Hoffnung, Modell auch für die Lösung heutiger, globaler Konflikte sei zu können.

Im Rathaus zu Münster kommen wir im Europäischen Kulturerbejahr 2018 der Verpflichtung nach, dieses geschichtliche Erbe neu zu beleben und auch den nächsten Generationen zu vermitteln. So ist ein Modul des gemeinsamen Projektes“ Frieden. Europa“ in Münsters Rathaus die zeitgemäße, daher auch weitgehend digitale Aufbereitung der Wirkungsgeschichte und europäischen Bedeutung des Erinnerungsortes für seine Besucher und Besucherinnen. Sie werden mithilfe digitaler Kommunikationstechnik über die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges und des Westfälische Friedens informiert und dazu eingeladen, sich intensiver mit diesem mit Münster verbundenen Teil der europäischen Geschichte auseinander zu setzen und ihn in Beziehung zu setzen zu den Konflikten, die wir derzeit in der ganzen Welt erleben.

Eine große Ausstellungskooperation, in der fünf große Museen der Stadt das Thema“ Frieden. Von der Antike bis heute“ vom 28. April 2018 bis 2. September 2018 für die Menschen aller Altersschichten aufbereiten und mit einem interessanten Vermittlungsprogramm begleiten, gehört ebenso zum Gesamtprojekt wie das Projekt „Labor Europa“, das Jugendliche aus allen europäischen Städten nach Osnabrück einlädt, um dort gemeinsam auf künstlerischen Wege die Dimensionen dieses europäischen Friedens zu erschließen.

Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

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