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Fritz-Fahrkartentool

Europa: Gelebtes Erbe Deutsches Technikmuseum

Das Deutsche Technikmuseum besitzt die weltweit größte historische Fahrkartensammlung. Die Sammlung umfasst vorrangig Fahrkarten aus Europa aber auch aus Nordamerika, Südamerika, Afrika und Australien - von den Anfängen der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.

Die Sammlung wurde vom Sammler Fritz Hellmuth zusammengetragen und besteht aus ca. 2600 Fahrkarten-A3-Tableaus mit Tickets der verschiedensten Couleur: Von der Kinderkarte bis zur Kriegskarte, Fahrradkarten, aber auch Karten-Fehldrucke und andere Raritäten.

Das Fritz-Fahrkartentool entstand im Rahmen des Kultur-Hackathon Coding da Vinci 2017. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die bislang noch ausstehende Verschlagwortung der Fahrkartensammlung mithilfe eines Crowdsourcing-Tools voranzutreiben.

Die Web-App bietet zwei Nutzungsmöglichkeiten: einen Bearbeitungs- und einen Erkundungsmodus. Im Bearbeitungsmodus werden dem Benutzer Fahrkarten vorgelegt, die er mit Metadaten wie Abfahrts- und Zielort, Kategorie und Beschreibungstext anreichert; abwechselnd werden ihm auch die Eingaben anderer Benutzer zur Kontrolle vorgelegt. Für die Verschlagwortung wird er mit Punkten belohnt. Wer ein Profil erstellt, kann seinen Punktestand speichern. Eine Rangliste zeigt die User mit den meisten Punkten an. Nach der Eingabe wird die Fahrkarte und die gefahrene Verbindung auf einer Weltkarte markiert. Diese dient als Ausgangspunkt zum Explorieren der Sammlung.

Im Erkundungsmodus ermöglichen darüber hinaus tabellarische Ansichten der Tickets, der aufgenommenen Orte und Kategorien eine bequeme Verwaltung der digitalisierten Fahrkartensammlung. Die Benutzer*innen können zwischen Bearbeitungs- und Erkundungsmodus jederzeit hin- und herschalten. Eine REST-API bietet Exportfunktionen der gesammelten Daten im JSON- und CSV-Format.

Das Projekt richtet sich sowohl an die eher spielerisch veranlagte “Crowd”, als auch an Archivare und Wissenschaftlerinnen, die mehr über die globalen Verflechtungen im Reiseverkehr des ausgehenden 19. Jahrhunderts erfahren möchten. Durch die integrierte API richtet sich das Projekt nicht zuletzt auch an Entwickler*innen, welche die Daten in eigene Projekte integrieren können.

Die historische Fahrkartensammlung macht einen sehr spezifischen Aspekt unseres gemeinsamen Kulturerbes wieder zugänglich - einen für die frühe Mobilitäts- und Industriegeschichte Europas extrem einflußreichen. Mit dem FahrkartenMEMO wurde aus der digtalisierten Sammlung der historischen Fahrkarten zudem ein Spiel entwickelt, mit dem man generationsübergreifend und spielerisch die Geschichte wieder aufleben lassen kann.

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