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Gustav Oelsner: Emigration eines Architekten und Bausenators aus Altona in die Türkei

Die europäische Stadt Claudia Haas - Baukulturelle Vermittlung

Gustav Oelsner (1879-1956) war Architekt und Bausenator von Altona/Hamburg. Er prägte in den 1920er Jahren das Stadtbild von Altona im Stil des Neuen Bauens - ein Baustil, der das europäische Bauen fast ein halbes Jahrhundert wesentlich mitgestaltete. Hierfür ist die denkmalgeschützte Helmholtz-Siedlung, die erste Zeilenhaus-Siedlung Deutschlands (1927 erbaut), ein prominentes Beispiel. Diese Siedlung ist für jeden bauhistorisch Interessierten ein Reiseziel; Studenten und Architekten aus der ganzen Welt besuchen diese Siedlung.

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verließ Gustav Oelsner Deutschland Hamburg-Altona und entkam damit der nationalsozialistischen Verfolgung. Gustav Oelsner gehörte zu den zehntausend jüdischen Akademikern, die in einem säkularen Staat, der Türkei, zu Zeit von Mustafa Kemal Atatürk emigrierten und ihr Expertentum an den Universitäten weitergaben.

In der Türkei
Als Hochschullehrer war Oelsner an der Technischen Universität Istanbul tätig. Dort baute er den ersten Lehrstuhl für Städtebau auf. In Ankara war er als Regierungsberater im Ministerium für Stadtplanung tätig. Oelsner sah eine sanfte Modernisierung des Städtebaus in der Türkei vor und prägte die nächste Generation von Architekten und Stadtplanern. In vielen Stadtteilen der Türkei ist die Handschrift Oelsners sichtbar.

Eine interdisziplinäre Ausstellung zeigt ab 20 Februar 2018 das Wirken Gustav Oelsners.

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