// Projekte // HANNES HEER: ERINNERUNGSKULTUR

HANNES HEER: ERINNERUNGSKULTUR

Europa: Erinnern und Aufbruch Die FABRIK – KULTURWERK FRANKFURT

Unsere Lesung mit anschließender Diskussion stellt zwei mediale historische Ereignisse in den Fokus: die Fernsehserie „Holocaust“ (1977) sowie die erste Wehrmachtsausstellung (1995 bis 1999). Der Literatur- und Geschichtswissenschaftler konzentriert sich bei seiner Lesung auf die aus diesen Ereignissen entstandenen Geschichtsdebatten zur Selbstaufklärung und Schuldaneignung der Geschehnisse während des 2. Weltkriegs.

1977 thematisierte die Fernsehserie „Holocaust“ erstmals die Verfolgung und Vernichtung der Juden und trug Erschütterung und Scham darüber in die deutschen Wohnzimmer. Mit der Konzeption und Durchführung der ersten Wehrmachtsausstellung (1995 bis 1999), die mit sehr großer Resonanz auch in Frankfurt in der Paulskirche gezeigt wurde, gelang es Hannes Heer, die Schuldaneignung unserer Gesellschaft bis tief in die Familienerinnerungen zu verlängern. Dieses Projekt mit dem Titel „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ thematisierte die seit der Nachkriegszeit populäre „Legende von der sauberen Wehrmacht“ und zeigte die aktive Beteiligung der Militärangehörigen am Holocaust, an Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und der Ermordung von Kriegsgefangenen auf.

Thema des Abends wird sein, erneut auf diese medialen bundesrepublikanischen Ereignisse zu blicken. In einem zweiten Schritt wird der Focus auf Europa erweitert und ein Versuch unternommen, das Erstarken von Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Antisemitismus unter dem historischen Blickwinkel zu analysieren.

Moderation: Werner Heinz
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Ähnliche Projekte