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Hans Christian Andersen. Poet mit Feder und Schere

Europa: Gelebtes Erbe Kunsthalle Bremen

Die Kunsthalle Bremen zeigt ab Herbst 2018 die Ausstellung „Hans Christian Andersen. Poet mit Feder und Schere“. Dabei handelt es sich um die größte Präsentation zu Hans Christian Andersen als bildendem Künstler, die jemals in Deutschland gezeigt wurde. Zu dem Projekt tragen höchst bedeutende, internationale Leihgeber bei.

Hans Christian Andersen (1805–1875) ist noch heute jedem Kind als Märchendichter bekannt. „Die kleine Meerjungfrau“, „Des Kaisers neue Kleider“ oder „Die Prinzessin auf der Erbse“ brachten ihm bereits zu Lebzeiten größte Berühmtheit ein. Andersens Märchen wurden in über 150 Sprachen übersetzt. Damit gehört Andersen zu den meist gelesenen Autoren der Welt und bedeutendsten Literaten des 19. Jahrhunderts.

Der dänische Dichter zählt aber sicher auch zu den weitgereistesten Männern seiner Zeit. Insgesamt war er neun Jahre lang außerhalb Dänemarks unterwegs. Das Reisen wurde ihm zum Lebensprinzip. Als gern gesehener Gesellschafter verkehrte er in höchsten Kreisen und traf Künstler, Musiker und Literaten in ganz Europa, vor allem in Deutschland, Italien und Frankreich.

In Deutschland ist Andersen bis heute vor allem für seine Märchen bekannt. Kaum aber jemand weiß, dass Hans Christian Andersen auch bildkünstlerisch tätig war. Er schuf Zeichnungen sowie Scherenschnitte und collagierte Bilderbücher. Diese feinsinnigen Papierarbeiten muten aus heutiger Sicht überraschend modern an. Andersen machte sie jedoch nicht öffentlich, sondern verschenkte sie ausschließlich in seinem privaten Umfeld an Freunde und Bekannte. Dieser „andere Andersen“ ist eine künstlerische Entdeckung, zu der auch die Pop-Art Ikone Andy Warhol eine Spur legte: Er hielt Andersen und dessen Scherenschnitte in farbstarken Siebdrucken fest und leistete damit einen illustren Beitrag zu der künstlerischen Andersen-Rezeption, die seit dem frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart anhält.

Neben Andersens Kunst und deren Rezeption wird die Ausstellung auch die Aufenthalte des Dichters in der Hansestadt Bremen dokumentieren. Vor genau 175 Jahren kam Hans Christian Andersen zum ersten Mal hierher und besuchte unter anderem die dritte Ausstellung des Kunstvereins in Bremen.

Der Bremer Kunsthistoriker Detlef Stein wurde auf die in Deutschland weitgehend unbekannten Scherenschnitte und Zeichnungen des Dichters in Odense, Andersens Geburtsstadt, aufmerksam. Zusammen mit Anne Buschhoff, Kustodin an der Kunsthalle Bremen, wurde die erste Idee zum Ausstellungskonzept „Hans Christian Andersen. Poet mit Feder und Schere“ entwickelt. Das Kuratoren-Duo wird in seiner Arbeit von der dänischen Botschaft in Berlin unterstützt.

Als Mitträger des europäischen Kulturerbejahrs 2018 kooperiert die Kunsthalle Bremen insbesondere mit bedeutenden Museen in Dänemark: den Odense City Museums, der Königlichen Bibliothek Kopenhagen, dem Statens Museum in Kopenhagen und dem Asger Jorn Museum in Silkeborg.

Die Ausstellung findet statt unter der Schirmherrschaft Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Benedikte zu Dänemark.