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HÖRST DU NICHT DIE GLOCKEN? – EINE GELÄUTEDATENBANK ZUM MITMACHEN

Europa: Gelebtes Erbe Deutsches Glockenwesen

Seit mehr als 1.300 Jahren läuten Glocken für Gott und die Welt. Der Glockenklang lädt ein, innezuhalten, sich zu besinnen, den persönlichen Momenten Zeit zu geben. Schwinge dich ein in ein starkes Stück lebendiger Tradition.

Glocken als Ruf- und Signalinstrumente gibt es in Deutschland seit über tausend Jahren. Läutende, also schwingende Glocken in Türmen oder anderen Mauerwerkskonstruktionen sind ein historisches, kulturelles Alleinstellungsmerkmal für Europa, das weltweit exportiert wurde. In der ganzen Welt sind Glocken schon seit mehr als 5.000 Jahren nachgewiesen. Ihre weltumspannenden Klänge verbinden die Kulturgeschichte vieler Völker und sprechen Menschen an – gleich welcher ethnischen Herkunft oder Nation. Die meisten Glocken hängen in Kirchtürmen, andere in kommunalen Einrichtungen wie Rathäusern, Schulen, Stadttoren oder auf Friedhöfen. Auch kleine und große Glockenspiele sind verbreitet. Bundesweit hängen mehr als 100.000 Glocken. Die meisten werden regelmäßig geläutet. Die Bedeutung dieser Signalgebung gerät jedoch vielerorts in Vergessenheit, die Klänge gehen im Alltag unter oder werden sogar als lästig empfunden.

Im Rahmen der Kampagne HÖRST DU NICHT DIE GLOCKEN? wird eine Klangdatenbank aller Glocken und Geläute in Deutschland entstehen, als Modell für ein Glocken-Europa. Die Kampagne dient sowohl dem Kennenlernen und Begreifen des Glockenklang-Erbes als auch seiner dauerhaften Vermittlung und Tradierung durch die Klangdatenbank.

Vorrangig Jugendliche sind zum Mitmachen aufgerufen, um gemeinsam die Klangdatenbank zu füttern. Über ihre mobile Endgeräte beschaffen sie sich kreativ Informationen und nehmen Bild- und Klangdateien auf. Dies kommt dem Projekt in vollem Umfang zugute. Gleichzeitig lernen die Jugendlichen die Grenzen digitaler Informationsbeschaffung kennen und kommen in Kontakt mit Glockenkundigen, zum Beispiel, wenn sie in einem Archiv nach Informationen suchen, um einen guten Eintrag in die Datenbank zustande zu bringen.

Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.