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Identitätsschlüssel Kulturerbe – Reportage

Europa: Erinnern und Aufbruch Katja Trautwein

2018 ist zum Europäischen Kulturerbejahr ausgerufen worden. Wir EU-Bürger sollen uns aktiv mit unserem kulturellen Erbe auseinandersetzen. Aber was nutzen uns die Überbleibsel der Vergangenheit? Warum Zeit und Geld in das Alte investieren? Entlang von drei Sharing Heritage-Projekten taucht die Autorin partiell in die deutsche Kulturerbelandschaft ein.

Anlässlich des Kulturerbejahres haben drei Passauer Jurastudenten die European Student’s Association for Cultural Heritage gegründet – kurz: ESACH. Zugunsten unseres europäischen Kulturerbes wollen sie sich international über Social Media und Bildungsveranstaltungen vernetzen. Zu Beginn des Themenjahres gehen sie gemeinsam mit den beiden ehemaligen Kulturkonservatoren von Bayern und Oberösterreich, Prof. Egon Johannes Greipl und Prof. Wilfried Lipp, der Frage nach, ob Denkmalerhalt noch zeitgemäß ist.

Neue Wege im Denkmalschutz werden unterdessen im Thüringer Wald beschritten: Enteignung zugunsten des Denkmalerhalts. Gerettet werden soll nichts Geringeres als die „Wiege des Freistaates“ – Schloss und Park Reinhardsbrunn. Mit dieser Ultima Ratio des Denkmalschutzes und der möglichen Zukunft von Reinhardsbrunn beschäftigen sich Schüler der Gemeinschaftsschule am Inselsberg in Tabarz im Rahmen des Schulprojekts „Denkmal Aktiv“ in Kooperation mit dem Denkmalschutzarchitekten Michael Heß.

Ein anderes Extrem des Denkmalschutzes findet sich im Welterbe Bamberg. Mit drei Flächendenkmälern steht der Großteil des Stadtkerns unter Denkmalschutz. Der heutige Altstadtplan ist weitestgehend identisch mit den Grundrissen aus dem Mittelalter. Leben im Denkmalschutz als Bürde oder vielmehr als inspirierende Herausforderung? Gregor Linz restauriert sein historisches Haus auf eigene Faust. Die Gärtner Sebastian Niedermaier und Kris Emmerling erhalten mit unkonventionellen Methoden traditionelles lokales als auch „verbotenes“ Gemüse sowie Letzterer zudem die Bamberger Bierbrautradition. Mit ihrem Regionalitätsprinzip schlägt der Bamberger Traditionsgärtner Sebastian Niedermaier den Bogen bis zur Migrationswelle.