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Kaiserpfalz in Ingelheim – Vom Machtort zum Imaginationsort

Europa: Austausch und Bewegung Forschungsstelle Kaiserpfalz

Im malerischen Rheintal gelegen, kann die Rotweinstadt Ingelheim mit einer ganz besonderen touristischen Attraktion aufwarten: einer mittelalterlichen Kaiserpfalz. Hierbei handelt es sich um eine bemerkenswert gut erforschte und umfangreich überlieferte Palastanlage, deren Beginn ins späte 8. Jahrhundert datiert wird. Sie diente als Regierungssitz bei den temporären Aufenthalten reisender Herrscher und ist ein bedeutender Referenzort für das Netzwerk der über 100 Pfalzen, die das Reich Karls des Großen überzogen. Der Herrscher empfing hier Menschen aus dem gesamten Reich und Gesandtschaften aus Byzanz, dem Orient und Skandinavien.

Faszinierende Aspekte dieser mittelalterlichen Machtorte (Places of Power) sind ihre vielfältig nachweisbaren europaweiten Bezüge. Diese sind nicht nur politischer und personeller sondern auch ökonomischer Natur und haben in Architektur, Kunst und materieller Kultur eindrucksvolle Zeugnisse hinterlassen. Dieses kulturelle Erbe verdeutlicht die über nationale Grenzen hinausgehende gemeinsame Vergangenheit, kulturelle Prägung und Identität.

Die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim möchte im Kulturerbejahr 2018 ihre Pfalzanlage als Drehpunkt frühmittelalterlicher Lebenswelten und zentralen Ort des Kulturtransfers für die interessierten Besucher mittels moderner Medientechnik inszenieren. Geplant sind Rauminstallationen im Maßstab 1:1, die Rekonstruktion historischer Raumakustiken, thematische Führungen und weitere vielfältige Veranstaltungen.

Immer stehen die europaweiten Bezüge dabei im Mittelpunkt der Inszenierung: Baumaterial und seine Provenienzen, die Prägeorte der Fundmünzen, der Rhein als Hauptschlagader für europaweiten Austausch und Verkehr, aber auch die politische Geschichte mit ethnischen Identitäten und Abgrenzungen.

Egal ob jung oder alt: Den neugierigen Besucher/innen bietet sich ein profunder Einblick in die komplexe europäische Geschichte.

Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

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