// Projekte // Katholische Kirche St. Georg in Malkotsch – ein Ort gegen das Vergessen

Katholische Kirche St. Georg in Malkotsch – ein Ort gegen das Vergessen

Europa: Austausch und Bewegung hjoertel

Die Kirche St.Georg in Malkotsch/Malcoci (Rumänien) steht stellvertretend für 100 Jahre deutsche Siedlungsgeschichte in der Dobrudscha im heutigen Rumänien am Schwarzen Meer. Etwa 1842/43 begannen erste Einwanderungen aus Bessarabien und dem Gebiet Cherson in der jetzigen Ukraine. Die einwandernden Siedler waren größtenteils Bauern auf der Suche nach Land und Freiheit, da ihnen die einst gewährten Privilegien der Kriegsdienstbefreiung in Südrussland nicht mehr gewährt wurden.

Eine der ersten Siedlungen war Malkotsch in der Norddorbrudscha, welches damals noch zum Osmanischen Reich gehörte. Sie kamen in ein dünn besiedeltes Land, mit von vielen Kriegen zerstörten Ortschaften. Die Osmanen vergaben unentgeltlich Land und gewährten Religionsfreiheit für jeglichen Glauben. Die Siedler begannen daher schon bald mit dem Bau von Kirchen und Schulhäusern. Auch Rückschläge mussten oft bewältigt werden, durch Missernten und den 1. Weltkrieg, der große Schäden hinterließ.

Die Geschichte der deutschen Besiedlung endete jäh, als im Herbst 1940 bulgarische Truppen die Süd-Dobrudscha besetzten. Auf der Grundlage eines Umsiedlungsvertrags des Deutschen Reichs mit Rumänien wurde die deutschstämmige Bevölkerung zu 98% umgesiedelt. Zunächst über Lager im Deutschen Reich, dann in das heutige Polen, in den Warthegau.

Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges verloren sie erneut ihr Hab und Gut und zogen nach Ost- und Westdeutschland. Die Dobrudschadeutschen sind heute im Bessarabiendeutschen Verein e.V. organisiert

Das Projekt beinhaltet den Erhalt der jetzigen Kirchenruine, und als Langzeitziel deren Aufbau als Denkmal und als kulturelles Zentrum des Dorfes. Dabei soll vorrangig an die Aufbauleistung der deutschen Siedler am Ende des 18 Jahrhunderts erinnert werden.