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Krieg, Wissenschaft und Technik, 1914 – 1945

Europa: Erinnern und Aufbruch Förderverein Museum Kummersdorf e.V.

Krieg, Wissenschaft und Technik 1914 - 1945
Ausstellung in Kummersdorf
vom 18.8.2018 bis zum 17.11.2018
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr

Unter dem Leitthema “Erinnern und Aufbruch” des europäischen Kulturerbejahrs wird an einem authentischen, weitgehend unbekannten Ort der lange Weg europäischer Geschichte durch Konflikte und Kriege hin zu einem friedlichen Miteinander ins Gedächtnis gerufen. Die Ausstellung aus dem französischen Museum La Coupole stellt die Geschichte der Kriegstechnologien Frankreichs und Englands von 1914 - 1945 dar. Ergänzend dazu werden Entwicklungen in der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Kummersdorf aus dieser Epoche gezeigt. Im Zusammenhang entsteht eine übergreifende Sicht auf das Wettrüsten auf dem europäischen Kontinent im 20. Jahrhundert.

Ungeliebtes Erbe Deutschlands
Der heute fast unbekannte ehemalige Heeresversuchsplatz Kummersdorf, etwa 50 km südlich von Berlin gelegen, war von 1875 bis 1945 der bedeutendste Entwicklungs- und Erprobungsort für deutsche Kriegstechnik aller Art. Nach der einseitigen Aufkündigung des Versailler Vertrags begann hier unter strengster Geheimhaltung die Entwicklung von Raketentechnik, an der u.a. Wernher von Braun mitarbeitete. Im Jahr 1936 wurde diese Entwicklung in Peenemünde fortgesetzt und mündete ab 1943 in der Produktion der „Vergeltungswaffe V 2“.

La Coupole
Im Norden Frankreichs, ca. 45 km südöstlich von Calais, errichtete die nationalsozialistische Besatzungsmacht ab 1943 eine riesige, kuppelförmige Abschussanlage für die „V 2“- Rakete. Von hier aus sollte Großbritannien fortlaufend mit Raketen angegriffen werden. Kurz vor der Fertigstellung wurde die Anlage durch die Engländer bombardiert, so dass von hier keine Rakete mehr gestartet werden konnte. Heute ist La Coupole ein Museum, das sich mit der Geschichte dieses Ortes auseinandersetzt. Die dort kuratierte Ausstellung „Guerres, Sciences et Technologies 1914 – 1945“ befasst sich mit der französischen und englischen Perspektive auf die eigene Kriegstechnik und wurde 2016/2017 vor Ort in St. Omer gezeigt.

Der Träger
Der Förderverein Museum Kummersdorf e.V. wurde 1990 als Bürgervereinigung mit dem Ziel gegründet, die Geschichte des ehemaligen Heeresversuchsplatzes Kummersdorf zu erforschen. Dabei wurde immer deutlicher, dass es sich bei diesem Areal um einen historisch bedeutenden Ort handelt, der nach dem Abzug der sowjetischen Armee in Vergessenheit geraten ist.

Mit dieser deutsch-französischen Kooperation zwischen dem Museum La Coupole im nordfranzösischen Departement Pas de Calais und dem Museum Kummersdorf will der Verein im europäischen Kulturerbejahr einen Anstoß zur aktiven Auseinandersetzung mit unserer militärischen Vergangenheit geben. Vor dem Hintergrund der Krise, die derzeit den europäischen Gedanken gefährdet, ist es besonders angebracht, aus der Geschichte zu lernen und für ein friedliches Miteinander einzutreten.

Der Ausstellungsort
Zu sehen ist die Ausstellung in der kaiserzeitlichen Kaserne auf dem ehemaligen Heeresversuchsplatz Kummersdorf-Gut
Straße nach Luckenwalde
15838 Am Mellensee
Ortsteil Kummersdorf-Gut
52°05'42.6"N
13°21'47.8"E

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