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Kunstwettbewerb “Gedenkinstallation für die Opfer der Marburger Jäger im Schülerpark Marburg”

Europa: Erinnern und Aufbruch Fachdienst Kultur Marburg

Marburg setzt sich seit einigen Jahren intensiv mit der Geschichte der militärischen Einheit „Marburger Jäger“ (1866-1919), dessen Einbindung in Militarismus und Kolonialismus und die nachfolgende Traditionspflege bis in die Gegenwart kritisch auseinander. Dazu wurde in der Reihe „Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur“ (Nr. 101, Marburg 2014) von der Marburger Geschichtswerkstatt im Auftrag der Stadt eine umfangreiche Studie „Zur Geschichte der ,Marburger Jäger‘“ publiziert.

Auf Beschluss des Stadtparlaments und unter der Federführung des Fachdienstes Kultur der Universitätsstadt Marburg wurde im September 2017 ein halboffener internationaler Wettbewerb professioneller Künstler/innen ausgelobt.

Neben gesetzten Künstlerinnen und Künstlern u.a. aus den, von den militärischen Aktivitäten der „Marburger Jägern“ betroffenen Regionen in Frankreich, Belgien und Namibia haben sich weitere 50 Kunstschaffende aus den Bereichen Architektur, Bildhauerei und Installationskunst mit einem Konzept für eine Gedenkinstallation beworben.

Diese soll „in direkter Kommunikation/ Konfrontation“ mit dem dort bereits bestehenden Kriegerdenkmal stehen. Zugleich soll sie ein Beitrag für die Aufarbeitung der Geschichte des Militarismus in Marburg und ein lokaler Beitrag für eine Kultur des Friedens und der Völkerverständigung sein.

Das Projekt trägt zum Erhalt des europäischen Kulturerbes bei, da es die Militärhistorie der Stadt für ein breites Publikum zugänglich macht, Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen europäischen Ländern zusammenbringt und ein gemeinsames Gedenken über die Grenzen Marburgs hinaus ermöglicht.

Kriterien für die Beurteilung durch die Jury waren daher die künstlerische Originalität, die Einbindung in den Schülerpark und die Auseinandersetzung mit dem bestehenden Jäger-Denkmal. Wichtig waren auch der Bezug zum historischen Thema „Marburger Jäger“ und zu problematischer Traditionspflege sowie aktuelle Bezüge zu Militarismus, Postkolonialismus und internationale Beziehungen. Thematisch sollten alle Opfer-Gruppen eingebunden sein. Zudem musste Barrierefreiheit für Menschen mit Handicap bestehen.

Bis zum Einsendeschluss waren 55 Bewerbungen aus fünf Ländern eingegangen, über die die Jury am 19. Januar 2018 entscheiden musste. Folgende acht Künstlerinnen und Künstler kamen dabei in die Endauswahl:
Anne Berlit (Essen),
Antje Dathe (Halle/Saale),
Marjolaine Dégremont (Paris),
Heiko Hünnerkopf (Wertheim),
Burkhard Hagen Fischer (Berlin),
Michael Otto (Berlin),
Künstlergruppe Mannstein + Vill (Berlin) und
Félix Roulin (Dinant/Belgien).

Die ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber stellen sich am 24. Mai 2018 in einem „Forum Kunstwettbewerb“ vormittags der Jury und um 18.00 Uhr auch der Stadtöffentlichkeit mit ihren Entwürfen in einer Ausstellung vor, die bis zum Sonntag, 3. Juni 2018 jeweils von 14-17 Uhr auch an den beiden Wochenenden zu sehen sein wird.

Bis zum 10. Juni 2018 wird die Jury dann entscheiden, wer den Wettbewerb gewinnt. Es werden drei Preise vergeben: Der 1. Preis ist mit 2000 Euro dotiert, der 2. Preis mit 1500 Euro und der 3. Preis mit 1000 Euro.