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Megalithic Routes

Europa: Austausch und Bewegung Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

Im Jahr 2013 wurde die „Europäische Straße der Megalithkultur“ als Kulturroute des Europarats anerkannt. Mit dem Steinzeitpark Dithmarschen gibt es in Schleswig-Holstein lediglich ein Mitglied des internationalen Vereins „Megalithic Routes e. V.", der sich europaweit für den Erhalt, die Pflege und Vermittlung von Megalithen einsetzt.

Vor diesem Hintergrund und dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 unter dem Motto SHARING HERITAGE sieht das ALSH eine große Chance mit dem Steinzeitpark Dithmarschen ein gemeinsames Projekt zur Inwertsetzung der Europäischen Straße der Megalithkultur und dessen archäologischen Erbes in Schleswig-Holstein umzusetzen.

Wandel und Erhaltung
Mit Beginn der Neuzeit haben Megalithen zunehmend Interesse geweckt und bis heute ihren die Kulturlandschaft prägenden Stellenwert erhalten. Nach Aufgabe erfuhren Megalithen Umdeutungen und waren beliebte Objekte wissenschaftlicher Spekulationen. Dabei wurden Anlagen bereits im Mittelalter z. B. mit Kapellen überbaut oder Menhire, die inzwischen als Objekte der heidnischen Vorzeit erkannt waren, umgedeutet und ‚christianisiert‘. Die allergrößte Menge der teilweise mehr als 5000 Jahre alten Anlagen dürfte aber vor allem im späten 19. Jahrhundert u. a. der Urbanisierung, Industrialisierung und dem Infrastrukturausbau zum Opfer gefallen sein. Steine wurden für den Haus-, Straßen- und Brückenbau genutzt. Außerdem dienten Megalithgräber vielfach auch als Sandentnahmestellen, da sie im Gegensatz zu heute ursprünglich von Erdhügeln bedeckt waren.

Großsteingräber, wie das von Bunsoh, der Brutkamp, das rekonstruierte Großsteingrab von Karlsminde oder die von Munkswolstrup, werden durch ehrenamtliches und gemeinnütziges Engagement getragen. Neben Albersdorf wurde in dem bei Oeversee gelegenen Munkswolstrup ein archäologischer Park, der Arnkiel-Park, errichtet. Daneben steht die Übernahme der Megalithen in die Geschichtskultur des Landes. Alte Denkmale werden zu den Gräbern der Ahnen stilisiert. Neue Megalithanlagen werden errichtet. Sie knüpfen dabei bewusst an die Jungsteinzeit an und symbolisieren den gemeinsamen Ursprung. Heute sind in Schleswig-Holstein alle bekannten und nicht bekannten Großsteingräber durch das Denkmalschutzgesetz vor Zerstörung geschützt. Doch dieser theoretische Schutz bedarf der praktischen Umsetzung. Der langfristige Erhalt unseres archäologischen Erbes ist auch an Ihre Wertschätzung gebunden.

Ziele und Aktivitäten im Projekt
Übergreifendes Ziel ist, die Megalithkultur als unverzichtbaren Teil unserer gemeinsamen europäischen wie auch der regionalen und lokalen Identität und Geschichte digital, interaktiv sowie alters- und zielgruppengerecht zu vermitteln. Austausch, Vernetzung und Partizipation im regionalen wie internationalen Kontext von Jugendlichen, Besucher*innen, Bürger*innen und Experte*innen sind Eckpfeiler des Projektes. Das Projekt soll Ausgangspunkt für weitere Inwertsetzungen sein, wie beispielsweise die Anlage von Themenwegen für Wanderer*innen und Fahrradfahrer*innen oder Entwicklung internationaler Projekte. Dabei sollen nicht nur die Megalithanlagen selber im Vordergrund stehen, sondern auch die Landschafts- und Umweltgeschichte in den jeweiligen Regionen.

Projektförderung
Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 SHARING HERITAGE gefördert. Mittelzuwendungen erfolgen auch über die AktivRegion Dithmarschen aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes" (ELER) sowie den Steinzeitpark Dithmarschen / Archäologisch-Ökologisches Zentrum Albersdorf (AÖZA), den Förderverein AÖZA e.V. sowie die Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein (AGSH).

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