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MENSCHEN UND ORTE VON DER URGESCHICHTE BIS ZUR GEGENWART

Europa: Austausch und Bewegung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, oberste Denkmalschutzbehörde

Trilaterale Fachtagung (Frankreich-Spanien-Deutschland) über die Perspektiven zu einem nachhaltigen Management von in die Welterbeliste eingeschriebenen paläolithischen Höhlen und Fundstellen.

Anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 veranstalten das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, das französische Ministère de la Culture und das spanische Ministerio de Cultura y Deporte gemeinsam ein internationales Kolloquium. Die Konferenz bietet Spezialisten der jüngeren Altsteinzeit sowie Koordinatoren von paläolithischen Welterbestätten eine internationale Plattform, um sich über Management, Forschung und Konservierung von Fundstellen und im Besonderen von Höhlen auszutauschen.

Mehrere Welterbestätten aus dieser Zeitstellung sind in den drei Ländern verortet: die „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ (2017 in die Welterbeliste eingeschrieben), die “Grotte ornée de Pont-d’Arc, dite Grotte Chauvet-Pont-d’Arc, Ardèche” (2014 in die Welterbeliste eingeschrieben), die „Cueva de Altamira y arte paleolítico del norte de España” (1985 in die Welterbeliste eingeschrieben, Erweiterung 2008) und die „Sites préhistoriques et grottes ornées de la vallée de la Vézère” (1979 in die Welterbeliste eingeschrieben).

Die eiszeitlichen Lebensräume der prähistorischen Jäger und Sammler sind nicht deckungsgleich mit den Grenzen heutiger Staaten. Ihre Kulturen sind somit grenzübergreifend und international. Aus diesem Grund ist es der ausgesprochene Wunsch der anlässlich des Kolloquiums zusammenkommenden Ländervertreter, auf europäischer und internationaler Ebene gemeinsame Strategien zu entwickeln, um den Schutz und die Erforschung der Höhlen und die Interessen der Öffentlichkeit im Gleichgewicht zu halten.

Außergewöhnliche prähistorische Entdeckungen können die Entwicklung einer Region sehr stark beeinflussen und sich auf verschiedene Bereiche auswirken. Eine der Grundideen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 ist es, die Zusammenarbeit nationaler und internationaler Partner über Landesgrenzen hinweg zu fördern.

Die Aufnahme von Stätten in die Welterbeliste basiert auf ihrem außergewöhnlichen universellen Wert (OUV – outstanding universal value). Die Erhaltung des Außergewöhnlichen stellt eine große Herausforderung dar. So müssen einerseits Schutz und Konservierung der Denkmale gewährleistet werden und andererseits auch das Wissen um die Welterbestätten stetig erweitert werden. Deshalb sind die Forschung sowie eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit voranzutreiben. Die Höhlen und die paläolithischen Stätten stellen ein besonders empfindliches Erbe dar, vor allem, da man sie auf den ersten Blick oft nicht wahrnimmt. Es handelt sich um Höhlen (mit und ohne Felsmalerei) oder Bodendenkmäler, die an zukünftige Generationen in einem würdigen Zustand weitergegeben werden müssen.

Das Symposium wird die verschiedenen an diesen Stätten beteiligten Akteure, also Denkmalschützer*innen, Manager*innen, Eigentümer*innen, Forscher*innen und lokale Behörden zusammenbringen. Deren Interessen und Aufgaben sind unterschiedlich, ergänzen und widersprechen einander zum Teil. Ziel dieses Symposiums ist es deshalb, Leitlinien auf der Grundlage bewährter Praktiken (best practice) zu erarbeiten und Aktionen zu initiieren, die zu einem nachhaltigen und einem gemeinsam abgestimmten Management prähistorischer Welterbestätten beitragen können.

Anhand verschiedener Beispiele sollen folgende Fragen diskutiert werden: Welche Art der Forschung kann vorausschauend die künftige Erhaltung der jeweiligen Stätte unterstützen? Welche archäologischen Forschungsmethoden sind in einer Welterbestätte zulässig? Wie wird die Qualität der Informationen, die an die Öffentlichkeit gegeben werden, gewährleistet? Wie verbindet man Tourismus und Denkmal- und Landschaftsschutz? Was sind die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die lokalen, nationalen und internationalen Körperschaften dieser Standorte?

Die Konferenz findet vom 17. bis 19. Oktober 2018 in Blaubeuren (25 km von Ulm, Baden- Württemberg) statt.

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