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Paulusbrunn, ein verschwundenes Dorf im tschechischen Sperrgebiet nach 1945

Europa: Grenz- und Begegnungsräume paulusbrunn2018

Unser Ziel, unsere Projektidee: Ein "historischer Pfad durch die D / CZ Geschichte am Beispiel des verschwundenen Ortes Paulusbrunn". Visualisierung und historische Aufarbeitung des Ortes Paulusbrunn / Pavluv Studenc an einem vorhandenen grenzüberschreitenden Weg im "Grünen Band" des bayerisch-böhmischen Grenzstreifen zwischen des Städten Bärnau/Landkreis Tirschenreuth und Tachov im Bezirk Pilsen.

Im Böhmischen Wald (Cesky les), der auf bayerischer Seite Oberpfälzer Wald heißt, lag - wie auf einer Insel - inmitten sonnenüberfluteter Wiesen und Felder die Streusiedlung Paulusbrunn. Bereits vor 650 Jahren führte die Goldene Straße Kaiser Karl IV. von Prag nach Nürnberg durch die Orte Bärnau und Tachov. Auf einer Länge von ca. acht Kilometern entstanden nach 1680 sieben einzelne Ansiedlungen, die zum Gemeindegebiet und der Pfarrei Paulusbrunn gehörten. Die Bevölkerung mit ca. 1500 Einwohnern war fast zu 100 Prozent deutschstämmig. Durch die Siedlung führte von Nord nach Süd der sog. „Böttgerweg“. Der Name ist verbunden mit der klassizistischen „Böttgersäule“. Wie ein Wunder überlebte das Denkmal die Jahre 1945-1999. Benannt wurde die Säule nach Dr. Josef Carl Böttger, Bezirksobmann in Tachau, später Zentraldirektor des Fürsten Alfred III. zu Windisch-Graetz in Wien. Die Inschrift der Säule würdigt Böttgers soziale Bemühungen im Bezirk Tachau.

Ein Zeitsprung ins Jahr 1945. Entsetzlich waren die menschlichen Schicksale, die sich hier abspielten. Die damals hier lebende deutsche Bevölkerung musste ihre Heimat verlassen. Nach der tschechischen Sperrgebietsverkündung 1945 wurden alle von deutscher Seite einsehbaren Orte geschliffen. Häuser, Schulen und Kirchen dem Erdboden gleich gemacht. Heute bedecken Moos und Strauchwerk die Überreste der Häuser, viele der Keller und Brunnen sind aber noch versteckt erhalten. Die Natur hat sich einen Großteil zurückgeholt.

Projektdurchführung
Mit Unterstützung der tschechischen Gemeinden Obora und Halze, des Vereins „Via Carolina-Goldene Straße“ in Bärnau und weiteren Partnern wird das Projekt 2018 / 2019 umgesetzt. Eingebunden sind noch lebende Zeitzeugen auf beiden Seiten der Grenze, Unterlagen aus Archiven, erläuternde Wanderungen mit der Bevölkerung. Dieser grenzüberschreitende historische Weg, der durch das verschwundenes Dorf führt, will die Geschichte unserer Nachbarländer und des Ortes aufarbeiten. Für Bärnau und Tachov und die Region besitzt er somit ein europäisches Alleinstellungsmerkmal. Die Mehrsprachigkeit der Infotafeln dokumentiert und wirbt um Verständnis. Ergänzt und vertieft wird das Projekt in Zusammenarbeit mit dem rund vier kilometerweit entfernten und Deutschlands größtem archäologischen deutsch-slawischen „Geschichtspark Bärnau“. Der Verein VIA CARONLINA-GOLDENE STRASSE und die Gemeinden Halze und Obora bei Tachov sind mit weiteren Mitarbeiten sind aktiv eingebunden.

Folgende Vorhaben werden unsere Projektidee unterstützen: 22. 01. 2018 Seminar zur Gestaltung des Weges im Geschichtspark Bärnau. Von Jan. 2018 bis April 2018 Planungen des Weges mit Infotafeln und Finanzierungsgespräche. Im Mai 2018 wurden vier großflächige Infotafeln an der Böttgersäule installiert. 17./18. Mai 2018 Symposion im Gemeindesaal der tschechischen Gemeinde Obora mit Expert/innen aus Deutschland und Tschechien. 17. /18. Mai zwei begleitete Rundwanderungen. 08. Juli Bergfest Bärnau Programmteil Wanderung und Treff für Familien mit Kindern. Vorstellen des Projekts am Deutschen Denkmaltag 9. Sept. 2018. Ende Sept. 2018 Herbstwanderung mit Vorstellen der bisherigen Arbeit.

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