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Resonanzen / Résonances

Europa: Erinnern und Aufbruch Resonanzen Saarland

Die langen Wellen der Utopie/Les grandes ondes de l’utopie

Resonanzen nimmt Bezug auf die französische Architektur der Nachkriegszeit und knüpft an eine Ära grenzüberschreitender Kooperation an, in der Europa noch als offenes Projekt verstanden wurde. Einem solchen Denken, noch nicht eingehegt durch das seitdem errichtete, oft als final verstandene Gefüge europäischer Institutionen, kommt in einer von Ängsten und Sorgen über die Zukunft Europas gekennzeichneten Gegenwart besondere Bedeutung zu. Diese Energie eines grenzüberschreitenden Aufbruchs ist Teil des kulturellen Erbes; hier verbinden sich “Aufbruch und Erinnerung” im Sinnes einer Kulturerbestrategie, die aus der Vergangenheit Inspirationen für die Zukunft schöpft.

Die baukulturellen Besonderheiten der in Resonanzen vorgestellten Architekturen sind auf ihre jeweilige Weise utopisch, sei es in technischer und kommunikativer Hinsicht (Sender Europa) oder in Bezug auf die Rolle der Architektur in Prozessen des gesellschaftlichen Wiederaufbaus (Pingusson-Bau, Sakral- und Sozialwohnungsbauten). Das Projekt „Resonanzen” widmet sich der Aufarbeitung, Inszenierung und Vermittlung dieses architektonischen Kulturerbes.

Gleichzeitig erinnern sie auch an die Brechungen dieser Utopien, die Konflikte und Krisen, die diese Projekte seitdem begleitet haben. Eine umfassende Kulturerbestrategie nimmt daher nicht nur baukulturelle Besonderheiten in den Blick, sondern die faszinierende Verschränkung von Wirkungsgeschichten und Erinnerungskulturen im Herzen Europas.

Mit dem Titel Resonanzen / Résonances: Die langen Wellen der Utopie / Les grandes ondes de l’utopie lässt sich ein solches Vorgehen fassen und zudem an die Besonderheiten des Europa-Senders als Schlüsselmetapher anknüpfen. Der Begriff der “Resonanzen” beschreibt sowohl technische Aspekte einer Übertragung per Radiowelle wie auch grundsätzliche Fragestellungen im Umgang mit den Dynamiken kulturellen Erbes.

Die “Langwelle” ist als System für stabile, weiträumige Kommunikationsformate eine besonders inspirierende technische Metapher. Langwellenformate senden über die Grenzen Europas hinaus, sie verbinden das ECHY-Vorhaben z. B. mit so vielfältigen Schlüsselmomenten europäischer Radiogeschichte wie der Kriegsberichterstattung der BBC oder den Reden Thomas Manns.

Resonanzen überschreitet die Grenzen nationaler Kultur- und Erinnerungsräume und trägt damit bei zur Entstehung einer gemeinsamen historischen Erzählung.

Die bearbeiteten Objekte/Objektgruppen werden im Verlauf des Kulturerbejahres in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Ziel ist eine Ausstellung an einem authentischen Ort. Der Pingussonbau ist durch dessen momentanen Leerstand für eine Zwischennutzung dieser Art geradezu prädestiniert. Für den Sender Europa wird es vor allem eine Veranstaltungsreihe rund um die Kulturerbethemen des Projekts geben. Zusätzlich werden ein Radio- und diverse Workshopformate durchgeführt.

Ziel der Vermittlungsansätze ist die Verbindung von Anliegen ästhetischer/kultureller Bildung mit Prozessen der Digitalisierung/Medienkompetenz. In der Umsetzung aller Vermittlungsangebote soll die Möglichkeit des überregionalen Einsatzes aller Ergebnisse berücksichtigt werden. Damit greift das Projekt gezielt landes-, bundes- und europapolitische Zielsetzungen im Bereich des Kulturerbes auf.

- Ein Projekt von K8 Institut für strategische Ästhetik gGmbH, Deutscher Werkbund Saarland e.V. und dem Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes. -

Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.