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Schloss Wörth a.d. Donau – Schauplatz europäischer Geschichte

Europa: Gelebtes Erbe Stadt Woerth

Die Stadt Wörth an der Donau beteiligt sich mit mehreren Veranstaltungen am Europäischen Kulturerbejahr 2018. Zentraler Veranstaltungsort ist das Schloss Wörth, bei dessen Bau und gelegentlichen An- und Umbauten - Rechnungen belegen es - immer wieder Handwerker aus europäischen Ländern beschäftigt waren.

Anfang des 19. Jahrhunderts war Schloss Wörth sogar Schauplatz europäischer Geschichte. Als der Regensburger Fürstbischof Karl Theodor von Dalberg den Sommer in seiner Residenz Schloss Wörth verbrachte, wurde ihm am 24. Juli 1806 der Entwurf der Rheinbundakte überbracht. Bei diesem Vertrag ging es im Kern darum, dass deutsche Fürsten und Staaten sich vom Reich lossagten und einem Staatenbund unter Führung Napoleon Bonapartes beitraten. Dalberg verweigerte seine Unterschrift, weil er das nicht mit seinem Eid auf die Verfassung vereinigen konnte. Alle Überredungsversuche des Diplomaten Hédouville und des Ministers Albion waren vergeblich.

Warum Dalberg am 26. Juli den Vertrag aus freien Stücken dann doch unterschrieb und damit das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation besiegelte, ist nicht bekannt. Aber schon neun Tage später schickte Dalberg einen Verfassungsentwurf, der den Plan eines europäischen Föderativreiches enthielt. Vielleicht hat ja die Idee eines vereinten Europas den Sinneswandel bewirkt.