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Sgraffito im Wandel – Materialien, Techniken, Themen und Erhaltung

Die europäische Stadt HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen

Seit dem Mittelalter prägen Sgraffito-Dekorationen das Bild europäischer Städte und Dörfer: Heute verschwinden sie immer mehr wegen Geringschätzung, Unkenntnis, Wärmedämmungen oder Zerfall. Ihre Erhaltung gehört seit Jahrzehnten zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Denkmalpflege. Die Hauptziele der internationalen Tagung sind, Wahrnehmung, Verständnis und Wertschätzung von Sgraffito-Dekorationen zu verbessern, um so deren akute Bedrohung zu stoppen. Es soll sich ein europäisches Netzwerk aus Experten und Laien bilden, das die die Bemühungen um die Erforschung und -haltung gemeinsam vorantreibt.

Der Tagungstitel "Sgraffito im Wandel" ist doppeldeutig: zum einen geht es um die Analyse des materiellen, technischen und thematischen Wandels vom Mittelalter bis ins späte 20. Jahrhundert. Zum anderen wird der Wandel im Bestand der erhaltenen Sgraffito-Dekorationen thematisiert, den nahezu alle Beispiele durch spätere Erhaltungsmaßnahmen erfahren haben.

Die Tagung vom 2. bis 4. November 2017 verfolgt mehrere Ziele:
- Erstmalig sollen ausgewiesene Wissenschaftler/innen aus den hierfür wichtigsten europäischen Ländern zusammengebracht werden, um anhand von repräsentativen Fallbeispielen konkrete Lösungsansätze für gefährdete Sgraffito-Dekorationen herauszuarbeiten.
- Außerdem sollen Entscheidungsträger/innen für die qualifizierte Bewahrung von Sgraffito-Dekorationen sensibilisiert werden, indem auf deren Vielfalt an Materialien, Techniken, Themen und deren kulturhistorische Bedeutung hingewiesen wird.
- Langfristig möchten die Veranstalter/innen ein Netzwerk initiieren, dessen Ziel gemeinsamer Austausch zum Zweck der Qualitätssicherung der Restaurierungen von Sgraffito-Dekorationen ist.

Durch die Erläuterung herausragender Fallbeispiele und neuer Forschungsergebnisse wird die Konferenz gerade für Restaurierungswissenschaftler/innen von großer Bedeutung sein, da hier viele noch unveröffentlichte Befunde zur Diskussion gestellt werden. Gleichzeitig wird die Tagung durch ihre Praxisorientierung auch zu einer Fortbildungsveranstaltung für Restaurator/inn/en und Denkmalpfleger/innen. Last but not least werden die vielen vorgestellten Objekte die Vielseitigkeit der Motive, Techniken und Aufgaben aufzeigen und zu deren weiterer kulturhistorischen Erforschung ermuntern. Zum internationalen Fachaustausch wurden nach umfangreichen Recherchen Spezialist/inn/en aus den für das Thema wichtigsten Ländern ausgesucht: Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Tschechische Republik und Schweiz. In den zwei Keynote Lectures wird zunächst das Thema umrissen: das Vorkommen von Sgraffito in Europa und darüber hinaus (Rafael Ruiz Alonso) sowie die Probleme bei ihrer Erhaltung (Kerstin Klein). Dem folgen Länder- oder Einzelbeispiele von der Renaissance bis zum späten 20. Jahrhundert aus den Heimatländern der Referent/inn/en. Im Workshop können die Arbeitsschritte zur Herstellung eines Sgrafitto sowie Variationen bei Technik und Material praktisch ausprobiert werden.

Anmeldeschluss ist der 15. Oktober 2017.