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Sleeping Beauty. Reinventing Frei Otto’s Multihalle

Europa: Gelebtes Erbe saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Eine Ausstellung des
saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Anlässlich der 16. Internationalen Architekturausstellung der Biennale Venedig stellt das saai Frei Ottos Multihalle mit einer Ausstellung in den Kontext des diesjährigen Biennale-Themas „Freespace“.

Projektinitiator/innen und Kurator/innen sind die Berliner Urbanistin und Kuratorin Sally Below und Georg Vrachliotis, Professor für Architekturtheorie und Leiter des saai. Beide beraten die Stadt Mannheim seit längerem bei der aktuellen Projektentwicklung zur Neuprogrammierung der Multihalle. Ausstellungsarchitekt ist Marc Frohn mit seinem Büro FAR frohn&rojas, ebenfalls Professor am KIT.

Das Ausstellungskonzept eröffnet den Besucher/innen einen doppelten Blick auf die Multihalle: Zum einen wird die experimentelle Entstehungsgeschichte des Bauwerks gezeigt, zum anderen ein Blick in die Zukunft geworfen: Heute, nach einigen Jahren Leerstand und 40 Jahre nach dem Bau der ursprünglich als temporäres Bauwerk geplanten Multihalle, arbeitet die Stadt Mannheim zusammen mit einer engagierten Gruppe aus Kulturschaffenden, Architekten, Nachbarn, Bürgern, Ingenieuren und Universitäten an einem neuen und nachhaltigen Konzept für diese, um den langfristigen Erhalt sicherzustellen. Dieser offene und kollektiv gestaltete Prozess ist einmalig in Deutschland.

Die Multihalle ist weder ein einfaches Dach noch ein abgeschlossenes Objekt; weder ein archetypisches Haus noch ein festes Gebäude. Betrachtet man sie aus ihrer Entstehungsgeschichte heraus, so ist die Multihalle eine gebaute Momentaufnahme eines ebenso ungewöhnlichen wie innovativen Entwurfprozesses. Damit ist sie nicht nur ein noch ungeschriebenes Kapitel in der langanhaltenden Suche der Architektur nach der Macht des Temporären. Sie ist darüber hinaus auch eines der rätselhaftesten und zugleich faszinierendsten Gebilde in der Architekturgeschichte des experimentellen Denkens im 20. Jahrhundert. Es gibt kein vergleichbares Gebäude. Sie wurde im Jahr 1998 als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Frei Otto wurde 2015 posthum mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet.