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Stadt – Land – Burg: Die Mauern von Nideggen

Die europäische Stadt LVR-Amt Denkmalpflege im Rheinland

In der Eifelstadt Nideggen hat sich ein vollständiger, Burg und Stadt umschließender Mauerring erhalten, und dies trotz der Zerstörungen durch Raubbau, Erdbeben und zwei Weltkriege. Exemplarisch lässt sich der bislang wenig erforschte Mauerring auf übergeordnete Themen der europäischen Geschichte hin befragen, die von der Burg und Stadt als Herrschaftssymbol über die Verfassung der mittelalterlichen Stadt zur Burgenromantik des 19. Jahrhunderts und zum Wiederaufbau nach dem II. Weltkrieg reichen. Denn Mittelalter ist heute zwar wieder "Kult", gemessen an populären Mittelalterspektakeln und digitalen Fantasy-Szenarien, allerdings oft ohne ein Interesse an den authentischen Relikten. Das Projekt will Kindern und Jugendlichen daher eine lebendige Erfahrung des Denkmals ermöglichen, das in seinen verschiedenen Bedeutungsschichten altersspezifisch detektivisch erforscht wird. So soll sich die dringend nötige Aufmerksamkeit und breite Akzeptanz herstellen lassen, die die Mauern von Nideggen in Zukunft benötigen werden.

Den Kern des Gesamtprojektes bildet ein Workshop für Schüler/innen: 400 Forscher/innen aus Nideggen und dem benachbarten Langerwehe gehen eine Woche lang auf Spurensuche. Zu entdecken gibt es jahrhundertealte Steinbrüche, überwachsene Mauerreste im Wald, Tonröhren und Schießscharten in den Mauern, aber auch Stadtansichten des 18./19. Jahrhunderts im lokalen Stadtarchiv bis hin zu modernen Graffiti. Das Programm bündelt verschiedene Forscherrallyes, eine „mittelalterliche“ Bauhütte, Archiverkundung sowie ein Filmprojekt. Es richtet sich an Schüler/innen ab Klasse 3 bis zur Sekundarstufe II.

Begleitet wird das Projekt von der ijgd-Jugendbauhütte NRW-Rheinland: Junge Erwachsene, die ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege absolvieren, sind die Aktionspaten der Schüler/innen. Sie sind an der Objekterforschung und der Entwicklung der Arbeitsmaterialien beteiligt und unterstützen die Vermittlungsarbeit.

Während des Schülerworkshops entsteht eine filmische Dokumentation der Aktionswoche durch Jugendliche. Alle Akteure präsentieren ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit in einem abschließenden Festakt im Rittersaal der Burg. Die lokal für Nideggen entwickelten Vermittlungsformate und Arbeitsmaterialien umfassen altersspezifisch differenzierte Module, die zum Großteil auch nach Abschluss des Projekts nutzbar sein werden.

Neben dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, der ijgd-Jugendbauhütte NRW-Rheinland und den teilnehmenden Schulen - Gemeinschaftsgrundschule Burgblick in Nideggen, Sekundarschule Kreuzau/Nideggen, Europaschule Langerwehe - sind die Stadt Nideggen, der Kreis Düren, der Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V., das Burgmuseum Nideggen, das Kreisarchiv Düren sowie die Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern als Projektpartner involviert. Das Projekt wird gefördert durch die Kultur- und Naturstiftung der Sparkasse Düren, das Lions-Hilfswerk, die F.-Victor-Rolff-Stiftung und die Volksbank Euskirchen.

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