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Stätten der jüdischen Kultur in Laudenbach

Europa: Gelebtes Erbe Förderkreis Ehemalige Synagoge Laudenbach e.V.

In Laudenbach ist ein einzigartiges Ensemble jüdisch-unterfränkischer Dorfkultur komplett erhalten geblieben: ein jüdisches Tauchbad (Mikwe), eine Mazzenbäckerei und eine Mühle in ehemals jüdischem Besitz, der Judenhof am Schloss, ein großer Verbandsfriedhof und die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde. Die Synagoge zählt zu den ältesten in ihrer äußeren Gestalt noch erhaltenen Dorfsynagogen. Ihr Erbauungsdatum ist unbekannt, im Jahr 1736 wurde sie wegen Baufälligkeit gründlich renoviert und vergrößert. Sie bildete den sozialen und religiösen Mittelpunkt einer blühenden jüdischen Siedlung, die seit 1426 in Laudenbach nachweisbar ist. In der Pogromnacht zum 10. November 1938 wurde ihre Inneneinrichtung vollständig zerstört. Durch einen Kriegstreffer 1945 war sie vom Verfall bedroht, ein privater Nutzer erwarb schließlich das Gebäude und verwendete es als Lagerraum. Seit 2013 kümmert sich ein Förderkreis um die Erhaltung und Sanierung der Synagoge, vor kurzem wurde das denkmalgeschützte Gebäude von der Stadt Karlstadt gekauft und erste Sicherungsmaßnahmen eingeleitet.

Der Förderkreis hat es sich zum Ziel gesetzt, die Stätten der jüdischen Gemeinde in Laudenbach zu bewahren. Mit Führungen und Seminaren für Schulklassen und Erwachsenengruppen wird die Erinnerung an das jüdische Leben wach gehalten und ein Bewusstsein dafür geschaffen, wie tief die jüdischen Nachbarn unser Alltagsleben und unsere Kultur beeinflusst und geprägt haben. Das Judentum ist sowohl in religiöser als auch in kultureller Hinsicht ein elementarer Teil des europäischen Erbes. An der komplett erhaltenen Infrastruktur der ehemaligen jüdischen Dorfgemeinde in Laudenbach lässt sich das hervorragend zeigen. Die Auseinandersetzung mit dem sehr wechselvollen Alltagsleben zwischen Christen und Juden über mehr als 5 Jahrhunderte und dem Schicksal der jüdischen Familien aus unserer Ortschaft soll zu mehr Toleranz und zu einer verständigen Begegnung mit anderen Kulturen und Religionen ermutigen.

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