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UNESCO-Welterbe Altstadt Regensburg mit Stadtamhof

Die europäische Stadt Stadt Regensburg, Kulturreferat, Welterbekoordination

Im Juli 2006 wurde die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof zum Weltkulturerbe ernannt. Das gesamte Welterbe-Ensemble erstreckt sich über 183 Hektar und umfasst ca. 1000 Baudenkmäler. Es entspricht der Ausdehnung der Stadt um 1320. Die dichte Bebauung der Altstadt stammt überwiegend aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Durch den Niedergang der Handelsmetropole im Spätmittelalter kam die Bautätigkeit weitgehend zum Erliegen. Große Teile der mittelalterlichen Stadtanlage sind daher in außergewöhnlicher Geschlossenheit erhalten geblieben. Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs blieb die Altstadt von Regensburg weitgehend verschont. Daher besitzt sie heute den größten zusammenhängenden Bestand an romanischer und gotischer Architektur nördlich der Alpen. Etwa 15.000 Menschen leben heute in der Kernzone des Welterbes.

Regensburg und Europa gehört untrennbar zusammen. Die gesamte zweitausendjährige Geschichte ist europäisch geprägt. Vor allem die reichen Kaufmannsfamilien, die sich in Regensburg im Mittelalter niederließen und von hier aus ihre Geschäfte machten, haben zu vielfältigen europäischen Beziehungen der Stadt beigetragen. Dies hat das Stadtbild nachhaltig geprägt und ist auch heute noch vielfach erkennbar. "Regensburg. Nördlichste Stadt Italiens. Stadt der Türme." So wird Regensburg oft beschrieben. Die reichen Kaufmannsfamilien haben überwiegend mit Luxusgütern gehandelt: Wein aus Italien und Frankreich, Gewürze und wertvolle Materialien wie Seide aus Indien und China, Pelze aus der Ukraine und Russland u.v.m.. Regensburg war im Mittelalter bis ins 14 Jh. Mittelpunkt der wichtigsten europäischen Handelsstraßen und der Bau der Steinernen Brücke 1135 hat ebenfalls zum wirtschaftlichen Wachstum der Stadt beigetragen. Zum damaligen Zeitpunkt war die Steinerne Brücke der einzige Donauübergang zwischen Ulm und Wien. Während sich andere große deutsche Städte erst viel später entwickelten, war Regensburg im Mittelalter mit ca. 15.000 Einwohner bereits eine Großstadt, die über eine sehr gute Infrastruktur verfügte. Auch die Lage an einem Fluss war für den europäischen Handel von großem Vorteil.

Besonders markant war auch der Immerwährende Reichstag im 17. und 18. Jh. Regensburg war damals Treffpunkt von Diplomaten aus allen Herren Ländern. Ein wenig vergleichbar mit dem heutigen europäischen Parlament. Ein neuer Lebensstil hielt damals Einzug in Regensburg, der Genuss von Kaffee und Pralinen, höfisch-adeliges Leben, der glanzvolle Besuch von Kaisern und Königen. Aber auch viele Geistesgrößen wie z.B. Johannes Kepler oder Goethe u.v.m. verweilten in Regensburg.

Die Geschäftsstelle Welterbe möchte im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres vor allem die jungen Generationen ansprechen. In Kooperation mit einer Regensburger Schule werden "Junior Guides" ausgebildet. Anhand eines Drehbuches bzw. eines Skriptes stellen die Schüler/innen "ihre" Stadt vor. Auch hier wird vor allem Bezug auf Europa genommen und Stationen, Geschichten und Sagen gewählt, die die europäische Geschichte der Stadt widerspiegeln.

Mit Kooperationspartnern und in Zusammenarbeit mit Schulen und deren europäischen Partnerschulen werden verschiedenen Projekte realisiert. Unter dem Motto "Lost Traces" begeben sich Lehrer/innen gemeinsam mit ihren Schüler/innen auf baukulturelle Spurensuche an Orten in der Stadt, die historisch und/oder baukulturell von Bedeutung sind, jedoch noch wenig im Bewusstsein der Öffentlichkeit sind. Es werden Workshops und Projekttage mit den Schüler/innen geplant, deren Ergebnisse in einer Ausstellung im Historischen Salzstadel ab Juni zu sehen sein werden.

Auch der Welterbetag am 09./10. Juni 2018 am Marc-Aurel-Ufer, im Besucherzentrum Welterbe und in der Thundorferstraße wird Aktionen und ein kulturelles Programm unter dem Stern des Europäischen Kulturerbejahres stellen. Dieses Jahr fällt der jährlich stattfindende Welterbetag mit der Neueröffnung der sanierten Steinernen Brücke zusammen, ein wunderbarer Ausgangspunkt, um die europäische Geschichte und Dimension der Stadt zu erkunden.

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