// Projekte // UNESCO-Weltkulturerbe Reichenau – Die Wandmalereien in der Kirche St. Georg

UNESCO-Weltkulturerbe Reichenau – Die Wandmalereien in der Kirche St. Georg

Europa: Erinnern und Aufbruch Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart

Interdisziplinarität als Schlüssel zu einer nachhaltigen Denkmalpflege

Seit dem Eintrag der Klosterinsel Reichenau in die UNESCO-Weltkulturerbeliste sind die Besucherzahlen des in der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts entstandenen, monumentalen Wandmalereizyklusses in der Kirche St. Georg stark angestiegen. Die besonderen raumklimatischen Verhältnisse, die Insellage im Bodensee und die Einflüsse durch die hohe Besucherfrequenz sind wesentliche Ursache für vielschichtige Probleme, denen die Wandmalereien unterworfen sind. Schimmelpilze und Salze in den oberflächlichen Materialschichten bedrohen zunehmend den Erhalt.

Ausgehend von den Untersuchungen der 1980er Jahre haben sich die Projektbeteiligten mit dem Bestand und dessen Materialität befasst. Im Fokus standen Überlegungen zu Möglichkeiten der Fortschreibung der Dokumentation und zur Bewertung von mikrobiellem Befall infolge der besonderen klimatischen Verhältnisse im Kirchenraum und in der Krypta. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Raumluft und Besucherintensität. Einen wichtigen Untersuchungsanteil nahm das Raumklima ein. Mittels eines differenzierten Klima-Monitoring sowie einer Klimastabilisierung in Krypta und Mittelschiff soll ein Beitrag zum langfristigen Erhalt der Wandmalereien geleistet werden. Die Projektergebnisse werden im Rahmen einer Fachtagung vorgestellt.