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Vergessene Arbeit – zu neuem Leben erweckt

Europa: Gelebtes Erbe Landesarchiv Schleswig-Holstein/Landesfilmarchiv - Museum „Vergessene Arbeit“

Neue Wege der Kooperation von Archiven und Museen am Beispiel vergangener Arbeitstechniken

Vor 13 Jahren ist das Museum "Vergessene Arbeit" in der Durchfahrtsscheune der Domäne Steinhorst in Schleswig-Holstein durch den Heimatbund und Geschichtsverein Bezirksgruppe Steinhorst-Sandesneben e.V. eröffnet worden.

Das Museum wird als Verein von 30 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Auf einer Fläche von etwa 1500 Quadratmetern befindet sich eine in Norddeutschland wohl einzigartige Sammlung von früher gebräuchlichen Gerätschaften aus Handwerk, Land- und Hauswirtschaft sowie aus dem Alltagsleben der letzten 100 Jahre.

Die meisten Beteiligten der Museumsarbeit haben selbst einen unmittelbaren Bezug zu den alten Arbeitstechniken und Gerätschaften und lernten noch an manchem alten Gerät zu arbeiten. Sie sind Zeitzeugen und erzählen gerne von inzwischen fast vergessener Arbeit. Besucherinnen und Besucher, vor allem aber Schulklassen, nehmen diese Angebote immer wieder gerne an. Die Schülerinnen und Schüler dürfen in kleinen Gruppen selbständig eine der mehr als 20 Stationen erkunden, schriftliche Fragen dazu beantworten und Arbeitsaufgaben unter Anleitung der Fachleute ausprobieren. So zum Beispiel das Drehen von Seilen, das Sortieren von Kartoffeln oder das Mahlen von Korn und vieles, vieles andere.

Als Projekt des Europäischen Kulturerbejahres 2018 ist diese engagierte Museums- und Vermittlungsarbeit nun modellhaft durch neue Wege der Kooperation von Museen und Archiven erweitert worden. Wie kann es gelingen, die Werkzeuge selbst in die Hand zu nehmen und gleichzeitig den Menschen über die Schulter zu schauen, die vor 80 Jahren damit gearbeitet haben?

Historische Filmaufnahmen machen dieses möglich. Solche Aufnahmen werden vom schleswig-holsteinischen Landesfilmarchiv seit vielen Jahren ermittelt, restauriert und vor dem unwiderruflichen Verlust bewahrt. In dem Projekt schaffen diese Filmdokumente einen ganz immensen Mehrwert an Anschaulichkeit. An einzelnen Stationen des Museums wird das unwiederholbare Erscheinungsbild der damaligen Menschen sichtbar. Die längst verstorbenen Personen wirken weiter bei ihrer fast vergessenen Arbeit und werden zu neuem Leben erweckt. Mit nachgestelltem Material hätte man so etwas niemals erreichen können. Acht Museumsstationen sind so nach einem gemeinsam erarbeiteten Konzept entstanden, wobei immer darauf geachtet wurde, dass das bewegte Bild möglichst eng in die jeweilige Station integriert ist. So stehen die Kinder in der alten Schmiede, schauen aus dem Fenster und erleben wie vor 80 Jahren der Hufschmied ein Pferd auf dem Hof beschlägt.

Dieses Projekt zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 steht damit auch beispielhaft für den großen Mehrwert, den sinnvolle Kooperationen im Kulturbereich schaffen können. Das schleswig-holsteinische Landesfilmarchiv mit seinem Materialfundus, seiner Materialkenntnis und seinem technischen Equipment konnte die Museumsstationen filmisch bestücken. Und das Museum “Vergessene Arbeit“ hat die gegenständliche Sammlung beigesteuert, vor allem aber auch die Sachkenntnis der alten Handwerkstechniken, die sich nicht nur in den erklärenden Texttafeln findet, sondern auch in der begeisternden Vermittlungstätigkeit gegenüber vielen Schulklassen und anderen Interessierten. Ganz neue Eindrücke über eine ganz alte Zeit werden immer wieder mit nach Hause genommen. Das richtungsweisende Projekt zeigt, was sich erreichen lässt, wenn verschiedene Spezialisten für ein Ganzes zusammenwirken. Und es verbindet die Generationen durch ein vertieftes Verständnis füreinander.

Die Öffnungszeiten des Museum Vergessene Arbeit

ganzjährig:
Jeden Mittwoch in der Zeit von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr (in der Zeit von November bis April setzen sie sich bitte vor ihrem Besuch bei uns mit uns in Verbindung. Die e-Mail-Adressen oder die Telefonnummern entnehmen sie bitte der Karteikarte "Kontakt")

In der Zeit von April bis Oktober:
Jeden ersten Sonnabend im Monat in der Zeit von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr

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