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Volkskunst für die Wiedervereinigung: Die ostdeutschen Heimatstuben in Hattingen

Europa: Erinnern und Aufbruch Museum im Buegeleisenhaus

Im Anschluss an eine Feierstunde des Bundes der Vertriebenen im Mädchengymnasium an der Bismarckstraße und einer Sitzung der „Fachstelle für Ostdeutsches Volkstum im Westfälischen Heimatbund“ wurden am 17. Oktober 1962 die ostdeutschen Heimatstuben im „Haus der Heimat“ am Haldenplatz eröffnet – bestehend aus der Schlesienstube mit Radierungen des Danziger Malers Paul Kreisel im Erdgeschoss, einem Archiv und den „Wappen abgetretener deutscher Gaue“ in der Eingangshalle. Eine Dauerausstellung Siebenbürgischer Volkskunst im Obergeschoss folgte 1966.

In seiner Rede zur Eröffnung hatte Eversberg die Idee hinter der Einrichtung der Heimatstuben bereits skizziert: „Wir müssen das Bedeutende der einzelnen Stämme, die aus ihrer Heimat vertrieben sind, zu uns holen, ihm Heimstatt geben an unserem Herd, damit jene Schlesier und Ostpreußen und Sudetendeutsche, die unter uns als Mitbürger leben, nicht neutralisiert werden, nicht schemenhafte Teilchen einer Massengesellschaft werden, deren Innerstes zerstört ist.“

Archivierten die Heimatstuben am Haldenplatz bloß die verklärten Schönheiten eines verlorenen Paradieses, statt sich Flucht und Vertreibung kritisch zu stellen? Welchen Stellenwert nahm diese diffuse Heimatsehnsucht in den ostdeutschen Heimatstuben in Hattingen ein? Was erinnert heute in Hattingen an die Heimat der Kriegsflüchtlinge und Vertriebenen? Diesen Fragen spürt die Sonderausstellung „Volkskunst für die Wiedervereinigung: Die ostdeutschen Heimatstuben in Hattingen“ unter Verwendung vieler zeitgenössischer Ausstellungsobjekte nach.