// Projekte // „… wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll“. Die Kurische Nehrung – einstige Grenzregion zwischen Deutschland und Litauen

„… wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll“. Die Kurische Nehrung – einstige Grenzregion zwischen Deutschland und Litauen

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Beeindruckt von der Kurischen Nehrung hatten sich Thomas Mann und seine Frau 1929 entschlossen, ein Sommerhaus bei Nidden/Nida auf der Kurischen Nehrung errichten zu lassen, in dem die Familie ihre Sommerurlaube 1930 bis 1932 verbrachte.

Die großartige Landschaft der Nehrung und das von der Moderne weitgehend unberührte Leben der Menschen hatten seit Mitte des 19. Jahrhunderts Künstler*innen und Touristen in die nordöstlichste Ecke Preußens, später des Deutschen Reiches gezogen. Maler wie Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff und der Schriftsteller Thomas Mann ließen sich von der Landschaft inspirieren. Diese Tradition endete mit dem Zweiten Weltkrieg.

Auch für die Litauer besaß die Kurische Nehrung eine besondere Bedeutung. Auf Initiative litauischer Schriftsteller, vor allem Antanas Venclova, wurde das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Haus von Thomas Mann 1967 als Gedenkstätte für den Schriftsteller wiederhergestellt. Nach der Unabhängigkeit Litauens 1990 umfassend restauriert, wurden in dem Haus ein kleines Museum sowie das Thomas-Mann-Kulturzentrum eingerichtet.

Der Themenabend mit Vorträgen und Film im Ostpreußischen Landesmuseum (Lüneburg) will die Geschichte der Kurischen Nehrung und den mit dem Landstrich verbundenen Mythos für Deutsche und Litauer aufzeigen und fragen, welche Traditionen das heutige Thomas-Mann-Kulturzentrum aufnimmt.

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