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Wissenswerkstatt – Wissen schaffen, teilen, schützen

Europa: Austausch und Bewegung IndustriemuseumWD

Das LWL-Industriemuseum (LWL-IM) führt zusammen mit drei europäischen Partnerschulen und Partnermuseen von November 2017 bis Januar 2020 das Erasmus+-Projekt "Wissenswerkstatt - Wissen schaffen, teilen, schützen" durch. Schüler*innen aus Polen, Irland und Deutschland arbeiten in Kooperation mit Museumsfachleuten transnational zum Thema Wissen und Wissenstransfer in Europa. Das Hauptergebnis des Projekts ist die Ausstellung "Wissenswerkstatt", die vom 23.3. bis 31.10.2019 im LWL-IM Zeche Zollern in Dortmund als eigenständiger partizipativer Ausstellungsbereich der Sonderausstellung "Alles nur geklaut? Die abenteuerlichen Wege des Wissens" einer breiten Öffentlichkeit gezeigt wird.

Die Frage nach "wahr/falsch", "authentisch/fake", "echt/falsch" ist Teil vieler aktueller gesellschaftlicher Diskussionen. Die Teilnehmer*innen erarbeiten sich im Projekt einen differenzierten Blick auf diese Diskussion, indem sie die Fragen "Was weiß ich? Woher weiß ich etwas? Wie entsteht Wissen? Wie wird Wissen weitergegeben? Wem gehört Wissen? Inwiefern bedeutet Wissen Macht? Wie wirkt Wissen in und an kulturell geschaffenen und verwendeten Objekten?" aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

In Anlehnung an die Unterrichtsfächer wählen die Schüler*innen drei Themenschwerpunkte:
1. MINT-Schwerpunkt: Lernen und Wissensvermittlung in und von der Natur
2. Künstlerischer Schwerpunkt: Original - Kopie, Fälschung und Plagiat im Bereich Kunst,
3. Gesellschaftlicher Schwerpunkt: Real oder fake - Massen- und Markenprodukte, Journalismus /soziale bzw. Massenmedien.

Zusätzlich zu der Arbeit an den Themen beinhaltet die Vorbereitung der "Wissenswerkstatt" die Entwicklung und Durchführung von gemeinsamen Unterrichtsmodulen und Workshops zur Ausstellungs- und Museumskompetenz. Die Module und Workshops behandeln zum einen grundlegende Fragen: Wie funktioniert ein Museum? Welche Rolle spielt ein Museum für gesellschaftliche Diskurse? Wie kann ich partizipieren? Wie arbeiten Museen heute im europäischen Kontext und transnationalem Dialog? Zum anderen werden die Jugendlichen unter Anleitung der Fachleute der Partnermuseen jeweils in ihren Gruppen speziell zu Kurator*innen/Designer*innen/Pädagog*innen qualifiziert, um sich mit dem Berufs-/Gesellschaftsfeld Museum vertraut zu machen und die Ausstellung möglichst professionell gestalten zu können.

Die Museen als Orte der Wissensgenese, des Wissensspeicherns und -transfers stellen außerschulische Lernorte dar, die von den Teilnehmenden gleichzeitig genutzt wie auch untersucht werden. In Auseinandersetzung mit den Museen und dem kulturellem Erbe im europäischen Vergleich sowie der Entstehung von Ausstellungen entwickeln die Schüler*innen eine positive Grundhaltung gegenüber dem musealen und gesellschaftlichen Diskurs und erfahren sich selbst als wirksam: Sie nehmen aktiv und gestalterisch am Diskurs teil.

Die "Wissenswerkstatt" ist als Ausstellung (und Internet-Plattform) interaktiv und partizipativ angelegt, d.h. die späteren Besucher*innen/Nutzer*innen sollen gleichfalls mitmachen und ihr Feedback hinterlassen. So treten die Schüler*innen am Ende wieder in einen Dialog mit ihren Ergebnissen, den Besucher*innen ihrer Ausstellung und ihrer Sicht auf die Dinge. Die Teilnehmer*innen sollen in die Lage versetzt werden, inhaltlich die Diskussion um Wissen und Wissenstransfer und die Bedeutung von Wissen/Wissenstransfer/Wissenschaft und Wissenskultur im heutigen Europa zu verstehen.