//Projektträger // Tobias Fink & Lukas Fink

Tobias Fink & Lukas Fink

BERLINER PORTRAITS

Der Antrieb für die »Berliner Portraits« ist eine Faszination für die Komplexität, Wildheit und Viel- schichtigkeit der Stadt Berlin. Berlin stand, wie viele andere deutsche Städte nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs vor einem Neuanfang. Doch wie kaum an einem anderen Ort ist hier Geschichte lesbar geblieben: Der Wiederaufbau folgte keineswegs nur einer bestimmten Ideologie! Vielmehr vermag die gebaute Stadt noch heute von ihrem vielschichtigen Werden zu erzählen, von Zerstörung und Wiederaufbau, von der politischen Teilung, von den verschiedenen städtebaulichen und architektonischen Leitbildern.

Wir möchten mit den »Berliner Portraits« dieser Verflechtung von Architektur, politischem und wirtschaftlichen Zeitgeschehen am Beispiel der Stadt Berlin, nachgehen. Wir möchten Momente der jüngeren Geschichte der Stadt festhalten, in welcher Architektur noch eine öffentliche Angelegenheit war oder zumindest öffentlich diskutiert wurde. Diesen Diskurs wollen wir kritisch wieder au eben lassen, einige der Protagonisten in einen Dialog bringen – und gleichzeitig einen Blick auf das heutige Baugeschehen werfen, um uns zu fragen, welche Handlungsmöglichkeiten noch bleiben in einem System, welches das Schicksal der Stadt weitgehend dem freien Markt überlassen hat.

Konkret führen wir Video-Interviews mit Persönlichkeiten, die eine besonders eigenständige architektonische Position im spezifischen Kontext Berlins entwickelt oder eine wichtige Rolle in der städtebaulichen Diskussion ihrer Zeit gespielt bzw. die bauliche Entwicklungsgeschichte der Stadt kritisch begleitet haben. Diese Interviews werden anschließend in Video- und Textform und begleitet von Bildmaterial der Werke des Gesprächspartners, auf einer Webseite veröffentlicht. Ziel ist es, die einzelnen Positionen als solche zu beleuchten und in der Gesamtzusammenstellung Strömungen und Gemeinsamkeiten, sowie konträre Haltungen auszumachen. Die einzelnen Positionen sollen also in einen größeren ideengeschichtlichen Zusammenhang gestellt werden. Wir möchten herausfinden, wie die einzelnen Protagonisten sich im politischen, gesellschaftlichen und architektonischen Kontext ihrer Zeit verorten und inwieweit ihre Haltung aus dem spezifischen Charakter der Stadt Berlin erwachsen ist.