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Konzert

“Bolko von Hochberg: Hommage” im Schloss Fürstenstein (Zamek Książ)

10/06/2018, 18:00
Piastów Śląskich 1, 58-306 Wałbrzych, Polen


Veranstaltung für Kinder und Jugendliche


Schloss Fürstenstein (Zamek Książ)
Piastów Śląskich 1
58-306 Wałbrzych
Polen

Das Adelsgeschlecht „von Hochberg” blickt auf eine fast tausendjährige Geschichte im Kulturraum Schlesien zurück. Ebenso wie das Geschlecht derer „von Promnitz“ (am deren Hof Georg Philipp Telemann sich während seines Aufenthaltes von der polnischen Volksmusik inspirieren ließ) ist die Familie von Hochberg eng mit der Musikgeschichte verbunden. Bekannter ist bis heute zwar die englische Prinzessin Daisy von Pless, die ursprünglich Sängerin gewesen ist, aber der bedeutendste Musiker in der Familie von Hochberg ist zweifellos Bolko gewesen (1843-1926). Als Intendant des Berliner Konzerthauses, Gründer der Schlesischen Musikfestspiele, Initiator des Baues der großen Stadthalle in Görlitz und nicht zuletzt als begabter Komponist, ist Bolko von Hochberg ein frühes Beispiel für eine erfolgreiche Mischung aus Kulturmanager und Künstler.

In seinen Liedern, die er wahrscheinlich auch für die von ihm gegründete Görlitzer Gesangsakademie geschrieben hat, vereinen sich alle musikalischen Einflüsse und Ideale, die Bolko von Hochbergs musikalische Sprache geformt haben: Das italienische Belcanto, wie er es aus der Berliner Oper kannte ebenso wie die deutsche Liedtradition, die er als preußischer Künstler vertritt, sowie als drittes Element auch der Reichtum und die Melancholie der slawisch beeinflussten Melodien seiner Heimat Schlesien. Bolko von Hochberg, der Mensch mit dem polnischen Vornamen und dem deutschen Nachnamen, ist eine Symbolfigur wie keine andere für das gemeinsame Kulturerbe im heutigen schlesischen Kulturraum, der auch Tschechien mit einschließt.

Der Görlitzer Verein „Ars Augusta e.V.“ plant als eine Hommage an ihn eine wichtige Musik-Veranstaltung mit absolutem Seltenheitswert (eine Premiere), nämlich einen Liederabend verbunden mit einem wissenschaftlichen Vortrag eines Breslauer Musikologen über Leben und Werk des Grafen Bolko von Hochberg, der eine beachtliche kulturelle Leistung vollbracht hat und dessen Kompositionen zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind.

Es besteht übrigens von vielen Seiten ein großes Interesse daran, ein Festival wieder ins Leben zu rufen, den damaligen Schlesischen Musikfestspielen ähnlich, diesmal mit Blick auf die exponierte Position des in Renovierung befindlichen Baudenkmals genau am Ufer der Neiße, der polnisch-deutschen Grenzlinie durch die Europastadt. Das Konzert möchte ein Brainstorming darüber veranlassen.

Das erste Konzert des Projektes findet am 10. Juni um 18:00 Uhr am Geburtsort des Komponisten statt. Im Maximilian-Saal des Schlosses Fürstenstein (Zamek Książ in Waldenburg), einem der schönsten Schlösser Europas wird Dr. Grzegorz Joachimiak zu Beginn über die wichtigsten Stationen im Leben Graf Bolko von Hochbergs referieren.

Den anschließenden Liederabend gestalten herausragende Sänger/innen aus dem heutigen Kulturraum Schlesien:

Beata Pazio-Grygiel und Magdalena Wachowska aus Leignitz (Lignica), Łucja Krupa aus Waldenburg (Wałbrzych), Rafal Majzner aus Opeln (Opole) und Jerzy Butryn aus Breslau (Wroclaw). Am Klavier werden sie von dem Pianisten Kamil Piotr Grabowski aus Hirschberg (Jelenia Góra) begleitet.

Der Eintritt zu dem Konzert ist kostenlos.

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